Zeichen und Zeugnis
Sonntag, November 21, 2004
 
Das Böse ist gut...
Eine Entscheidung in Großbritanniens Royal Navy (königliche Marine) ließ im vergangenen Monat die Wogen hochgehen, als sie - ein Novum in der Geschichte - dem Satanskult eine offizielle Anerkennung zusprach. Laut einem Bericht im „Telegraph” am 24. Oktober darf nunmehr Chris Cranmer, ein Marinetechniker, der der Fregatte Cumberland zugeteilt ist, satanische Rituale an Bord des Schiffes ausführen. Es ist ihm auch erlaubt, ein von der „Kirche Satans“ geleitetes Begräbnis zu bekommen, sollte er im Kampf getötet werden.

Cranmer reiche zurzeit eine Petition beim Verteidigungsministerium ein, damit der Satansanbetung bei den Streitkräften zu einer registrierten Religion würde. Laut „Telegraph” war die Kirche Satans in San Francisco im Jahr 1966 von Anton Szandor LaVey, dem Verfasser des Buches „The Satanic Bible” (die Bibel Satans), gegründet worden.

Sophie Masson schrieb in einem Kommentar, der am 27. Oktober im „Sydney Morning Herald” veröffentlicht wurde, über die religiösen Konsequenzen einer solchen Entscheidung. Die Kirche Satans behaupte von sich: „Wir sind unsere eigenen Götter”. Außerdem behaupteten sie, dass alles, was traditionell als Sünde gelte, Tugenden seien, dass Altruismus ein Mythos und die christlichen Tugenden pure Scheinheiligkeit sei.

“Das Erschreckendste dabei ist, dass unsere Gesellschaft anscheinend so desorientiert ist, dass sie nicht mehr die Grundbausteine ihrer Kultur ernst nimmt”, fügte sie hinzu. „Das Prinzip des Bösen selbst anzubeten, bedeutet, es in das eigene Leben und das Leben der Menschen um einen herum einzuladen, was manchmal in unberechenbarer und Schrecken erregender Weise zu Tage tritt”, so Frau Masson.

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