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Zeichen und Zeugnis
Samstag, März 12, 2005
 
Debatte über Homosexualität
Am Beginn der Debatte hielt der Salzburger Weihbischof Andreas Laun ein Grundsatz-Referat über die Position der Kirche zur Homosexualität. Auf die Frage, woher Homosexualität eigentlich herkomme, verwies Laun darauf, dass "diesbezüglich die Kirche nicht kompetent ist, das zu entscheiden", dass aber gleichzeitig "die Wissenschaft bis jetzt keinen Beweis für eine genetische Veranlagung gefunden" habe. "Allerdings würde auch diese Möglichkeit die Position der Kirche nicht beeinflussen", so der Salzburger Weihbischof.

Kritisch äußerte sich Laun zu einer von manchen Theologen verbreiteten "Theologie der Homosexualität", die das ganze als "Variante der Schöpfung" betrachte. Er merkte an, dass die Kirche lehre, dass es "letztlich auf den Abfall von Gott zurückgeht und das ganze auch eine Folge der Erbsünde" sei. Zu der Frage des Ausstiegs aus der Homosexualität meinte Andreas Laun an, dass eine "Veränderung prinzipiell möglich" sei, was auch Psychologen, wie zum Beispiel der Holländer Gerhard van den Aardweg bestätigen. Weihbischof Laun beendete sein Statement mit der Bemerkung, dass es "sicher auch Heilige mit homosexueller Neigung gegeben" habe.

Den größten Widerspruch im Publikum erntete Rolf Sauer, der Abteilungsleiter des Referates "Ehe und Familie" in der Diözese Linz, der durch sehr zweideutige Aussagen sich einerseits zum Lehramt der Kirche bekannte, andererseits aber in der Frage der Homosexualität doch eine Auffassung vertrat, die klar gegen die Lehre der Kirche gerichtet ist. Dies beweist auch ein vor kurzem herausgegebener Folder seines Familienwerkes, in dem zum Beispiel behauptet wird, dass "homosexuelle Orientierung weder Perversion, Sünde noch Krankheit ist, sondern eine Veranlagung".

Nach dem Ende der Referate kam es zu heftigen Diskussionen unter den Teilnehmern und auch zwischen den Referenten und dem Publikum. Gleich am Beginn der Diskussion forderte der Salzburger Weihbischof den De-Facto-Rücktritt von Rolf Sauer aufgrund seiner Äußerungen. "Sie sind untragbar in einem kirchlichen Dienst", so der Salzburger Weihbischof, der anschließend Sauer "Unehrlichkeit" und "Schizophrenie" vorwarf, weil er in einem kirchlichen Posten sitze und gleichzeitig das Gegenteil von dem vertrete, was die Kirche sage. Das Publikum reagierte mit stürmischem Applaus. Weiters warf Laun dem Leiter des Familien-Referates vor, dass dieser "eine protestantische Theologie" vertrete und dass er einen Missbrauch des Wortes "mündig" betreibe: "Was Sie mündig nennen, nenne ich Unglaube", so Laun. (cf. Kath.net. Lesen Sie den ganzen Bericht)
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