Zeichen und Zeugnis
Freitag, Mai 13, 2005
 
Die erste pastorale Priorität eines Priesters ist das Gebet
„Die Zeit, die wir in der Gegenwart Gottes verbringen, ist eine echte pastorale Priorität, und letztendlich die allerwichtigste. Auf konkrete und leuchtende Art und Weise hat uns dies Johannes Paul II. in jeder Facette seines Lebens und seines Dienstes gezeigt.

Liebe Priester, die Qualität eures Lebens und eures pastoralen Dienstes scheint anzuzeigen, dass wir in dieser Diözese, wie auch in zahlreichen anderen Diözesen der Welt, die Zeit jener Identitätskrise hinter uns gelassen haben, die so vielen Priestern zugesetzt hat.

„Es bleiben jedoch die Ursachen der ‚spirituellen Wüste’, welche die Menschheit heute beeinträchtigen und in der Folge auch die Kirche betreffen, die ja mitten unter den Menschen lebt. Muss man nicht befürchten, dass diese auch auf das Leben der Priester übergreifen? Es ist deswegen nötig, stets von neuem zur Wurzel unseres Priestertums zurückzukehren. Diese ist, wie wir wohl wissen, nur einer: Jesus Christus, der Herr.“

Das, was ausschlaggebend für unseren Dienst ist, kann nicht das Ergebnis unserer persönlichen Fähigkeiten sein. Wir sind nicht gesendet, damit wir uns selber und unsere Meinung verkünden, sondern das Geheimnis Christi und, durch Ihn, den Maßstab der wahren Menschlichkeit. Von uns wird nicht verlangt, dass wir viele Worte machen, sondern dass wir zum Echo werden, zu den Überbringern des einen ‚Wortes’, des Wortes Gottes, das Fleisch geworden ist zu unserem Heil.

Der vom Priester geforderte Gehorsam zeigt sich vor allem im Gehorsam gegenüber seinem Bischof. Aber in der Kirche ist der Gehorsam nichts Formalistisches. Es ist ein Gehorsam dem gegenüber, der selbst gehorsam ist und den gehorsamen Christus verkörpert. Der Gehorsam bekommt damit theologische Tiefe und einen katholischen Atem: Im Bischof gehorchen wir Christus und der gesamten Kirche, die er an diesem Ort verkörpert.“ (Papst Benedikt XVI am Freitag in der Lateranbasilika)

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