Zeichen und Zeugnis
Donnerstag, Juli 28, 2005
Christophobie: Angst vor dem Christentum?

Gar eine »Christophobie« bei Europäern hat der in New York lehrende Verfassungsrechtler Joseph Weiler ausgemacht, der als Jude ein überparteiischer Beobachter ist. Angst vor dem Religiösen?
Der bedeutende Europa-Verfassungsrechtler, als Jude kein geborener Parteigänger des Vatikans, findet es grotesk, wie reflexhaft „Gottesbezug“ und christliches Erbe aus der Präambel des EU-Verfassungsvertrags fern gehalten wurden. Für ihn ist das schlicht ein Beispiel von Selbstflucht und Identitätsverleugnung.
Jeder Entdeckungsreisende, der von Palermo nach Skandinavien oder von Gibraltar bis ins Baltikum den Kontinent erforschen und nach den Gemeinsamkeiten seiner Völker suchen würde, müsste auf das Christentum stoßen, auf die Kirchen, Kapellen und Kathedralen, auf das Kreuz auf den Grabsteinen – immer das Kreuz, ganz gleich, in welcher Sprache die Inschrift verfasst ist, ganz gleich, ob aus dem Jahr 1003, 1503 oder 2003. Müsste nicht eigentlich das Fehlen der Religion in einer europäischen Selbstdefinition begründet werden, statt umgekehrt, wie inzwischen die herrschende Meinung lautet, ihre Aufnahme?
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Labels: Glaube, Kirche, Verfolgung
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