Zeichen und Zeugnis
Donnerstag, September 15, 2005
Benediktus XVI, der Gesegnete

Neidische Gemüter haben dem Weltjugendtag vorgeworfen, er sei ein Papstjugendtag gewesen. Man dürfe nicht Menschen so in den Mittelpunkt stellen. Ein Mädchen hat auf Anfrage im Radio erklärt: "Wenn der Papst da ist, fühle ich mich Gott besonders nahe." Daraufhin packte heller Zorn die in unserer Runde anwesenden Nicht-Katholiken: "Da sieht man es ja, wohin der katholische Glaube führt, zur Menschenanbetung."
Was würde Paulus dazu sagen? - Paulus würde vermutlich sagen: "Ja, es gibt Menschenanbetung, zum Beispiel in Rom, wo sich die Kaiser wie Götter anbeten lassen. Auch bei mir haben sie es versucht, laut Apostelgeschichte 14 wollten die guten Leute in der Türkei Barnabas und mich als Götter verehren. Aber wir haben das abgelehnt." "Ihr müsst wissen", würde Paulus wohl sagen: "Man kann alles pervertieren, auch das Kostbarste, nicht nur Liebe, sondern auch die Inkarnation, die Menschwerdung Gottes. Auch den Apostolat, dass Christus in uns Aposteln so wirkt, dass jeder Apostel rechte oder linke Hand Jesu Christi ist."
Doch im übrigen gilt: Der Papst hat eindeutig Jesus Christus verkündigt und wurde nicht selbst angebetet. Schon sein Name "Benedetto", "der Gesegnete", weist auf den, der ihn gesegnet hat. Aber das Wichtigste: Es geht gar nicht anders, als dass man an einem Menschen Christus erkennt. Das gilt für den Papst, für jeden Priester, für jeden Christen.
Wenn die Kirche einig sein will, braucht sie die Orientierung an einzelnen (apostolischen) Gestalten. Für heute gesagt: Eine einige Kirche ohne den Papst ist gar nicht vorstellbar. Die Bibel ist leider immer nur Anlass für widerstreitende Einzeldeutungen. Ausgerechnet Paulus, der "Apostel der Reformation", schärft uns ein: "Ihr müsst und dürft mich persönlich haftbar machen für das Evangelium." (Klaus Berger). Lesen Sie über die Mission des Nachfolger Petri: Papst, Garant für Einheit und Freiheit der Kirche.
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