Zeichen und Zeugnis
Samstag, März 25, 2006
 
Deutschland, ein Asyl für alte Leute?

Durchschnittlich nur noch 1,36 Kinder bringe jede Frau in Deutschland derzeit zur Welt, heißt es in einer neuen Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Berechnet auf 1000 Einwohner liegt in Deutschland die Zahl der Neugeborenen – verglichen mit den USA, Spanien, Südkorea und Polen – auf dem letzten Platz.

Institutssprecher Hans Fleisch dazu: „Die negative demographische Entwicklung Deutschlands nimmt an Geschwindigkeit noch zu.“ In den vergangenen zwei Jahren habe der negative Trend endgültig eingesetzt, geht aus der Studie hervor. Die ohnehin schon niedrige Geburtenrate sei weiter gesunken.

Die neuen Länder werden nach den Erwartungen des Instituts vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffen sein. Hier gebe es die verstärkte Tendenz, dass junge und gut ausgebildete Frauen in den Westen abwanderten, sagte Klingholz. Zurück blieben arbeitslose und schlecht qualifizierte Männer, die als Familiengründer weitgehend ausfielen.

Spätestens im Jahr 2015 werde der Osten den „zweiten demographischen Wendeschock“ erleben, weil dann eine wegen des Geburtenrückgangs nach 1990 halb ausgefallene Generation als Eltern fehlen werde. Nach der Wiedervereinigung war die Geburtenrate in den neuen Ländern auf durchschnittlich 0,77 Kinder pro Frau zurückgegangen. „Das war weltweit die niedrigste Geburtenrate mit Ausnahme des Vatikan“, sagte Klingholz.

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