Zeichen und Zeugnis
Montag, Mai 29, 2006
Medizin wird zur Qualitätskontrolle
Der "Bund Deutscher Hebammen" in einem Positionspapier zur Pränatalen Diagnostik erklärte schon vor Jahren: "Wir beobachten, dass der lebendige Prozess der Schwangerschaft mit seinen körperlichen, seelischen und sozialen Anteilen immer mehr zu einem überwachungspflichtigen Produktionsprozess wird. Der medizinische Umgang mit dem sich entwickelnden Kind wird zur Qualitätskontrolle, die schwangeren Frauen die technische Machbarkeit von gesunden Kindern vortäuscht." Frauen erlebten im Prozess der Pränatalen Diagnostik emotionale und soziale Veränderungen, die ihre Schwangerschaft erheblich beeinträchtigen: "ein Schwangersein auf Probe, eine Störung der sich entwickelnden Mutter-Kind-Beziehung. (...)
Am Ende der Kette der Diagnostik ohne Therapiemöglichkeiten, die mit hohem Aufwand betrieben wird, erfahren wir einen unwürdigen, konzeptlosen Umgang mit den betroffenen Frauen, Paaren und Kindern. Wir wissen um die Traumatisierung dieser Frauen, um die Auswirkungen der Traumata auf ihre Gesundheit, auf folgende Schwangerschaften und Geburten." Und weiter: "Das routinemäßige Angebot Pränataler Diagnostik mit ihren selektiven Konsequenzen stellt für uns Hebammen das Lebensrecht von Menschen mit Behinderungen in Frage. Wir sehen, dass es die Entwicklung einer ,Eugenik von unten, die Selektion kranker und behinderter Menschen fördert."
Deutlicher und freundlicher zugleich lässt sich die unerträgliche Situation, die sich praktisch täglich in den gynäkologischen Praxen und OPs Deutschlands abspielt, wohl kaum in Worte fassen. Nirgendwo steht geschrieben, dass die Kirchen sich weniger klar artikulieren müssen. (STEFAN REHDER DT vom 29.04.2006)
"Von Anfang an uns anvertraut - Menschsein beginnt vor der Geburt". So lautet das Motto der diesjährigen, von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland gemeinsam ins Leben gerufenen "Woche für das Leben".
Der Autor des Artikels stellt klar, dass in der Schrift zum Thema das Wort "Abtreibung" fast garnicht vorkommt. Sodann fordert die evangelische Pfarrerin , dass es den schwangeren Frauen mutmachen würde, wenn sie "Mittäterinnen der Liturgie", sprich, Bischófinnen und Priesterinnen wären. Es gibt evangelische Pfarrer(erinnen) die sind für Abtreibung: "Eine Behinderung des Kindes ist nur dann ein hinreichender Grund für einen Abbruch der Schwangerschaft, wenn die Belastung der Mutter nicht verantwortet werden kann"(Huber). Also?
Labels: Abtreibung, Glaube, Kirche
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