Zeichen und Zeugnis
Montag, August 07, 2006
„Gott liebt es, belästigt zu werden“
„Gott liebt es, belästigt zu werden“, sagte der heilige Jean-Marie Vianney (1786-1859), der Pfarrer von Ars, einmal. Am 4. August feiert die Kirche seinen Gedenktag. 1925 wurde er heilig gesprochen, 1929 zum Patron der Pfarrer ernannt. Wir präsentieren ausgewählte Gedanken des Heiligen zum Gebet:„Das Gebet ist für unsere Seele, was der Regen für das Land ist. Düngt ein Land, soviel ihr wollt, wenn der Regen fehlt, nützt eure ganze Arbeit nichts. Ebenso tut gute Werke, soviel ihr wollt, wenn ihr nicht oft und wie es sich gehört betet, werdet ihr nie gerettet werden.“
Beten öffnet die Augen der Seele
„Das Gebet öffnet die Augen unserer Seele, es lässt uns die Größe unseres Elends fühlen, es zeigt uns, dass wir uns an Gott um Hilfe wenden müssen und lässt uns unsere Schwäche fürchten. Der Christ rechnet bei allem auf Gott allein und nicht auf sich selbst. Ja, durch das Gebet haben alle Gerechten durchgehalten ... Im Übrigen bemerken wir selbst, dass wir sofort den Geschmack an den Dingen des Himmels verlieren, kaum dass wir unsere Gebete unterlassen. Wir denken dann nur an die Erde.“„Wenn wir aber das Gebet wieder aufnehmen, fühlen wir den Gedanken an die Dinge des Himmels und den Wunsch nach ihnen wieder wachwerden. Ja, wenn wir das Glück haben, in der Gnade Gottes zu sein, dann halten wir uns entweder an das Gebet, oder wir werden sicher nicht lange auf dem Weg des Himmels verbleiben.“
Schwalben statt Hühner
„Wer wenig betet, gleicht den Hühnern, die große Flügel haben und mit ihnen nichts Rechtes anfangen können. Wer innig und ausdauernd betet, wird einer Schwalbe ähnlich, die sich vom Winde tragen lässt.“
„Ja, wären wir noch so schwere Sünder und wir nähmen Zuflucht zum Gebet und würden beten, wie man beten muss, Gott würde uns ganz sicher vergeben. Ach, meine Brüder, wundern wir uns nicht über die Tatsache, dass der Teufel alles tut, was er kann, damit wir unsere Gebete unterlassen oder schlecht verrichten. Er versteht viel mehr als wir, wie sehr das Gebet in der Hölle gefürchtet wird und dass Gott unmöglich verweigern kann, was wir von ihm durch das Gebet erbitten.“
Gebete aus dem Grunde des Herzens
„Es sind nicht die schönen und nicht die langen Gebete, auf die Gott achtet, sondern jene, die aus dem Grunde des Herzens kommen, mit einer großen Ehrfurcht und einer wahren Sehnsucht, Gott zu gefallen. Hier ein schönes Beispiel dafür. Im Leben des heiligen Bonaventura, des großen Lehrers der Kirche, wird berichtet, dass ein recht einfacher Ordensmann ihm sagt:
,Pater, denken Sie, dass ich zu Gott beten und ihn lieben kann, wo ich so ungebildet bin?’ Der heilige Bonaventura gab ihm zur Antwort: ,Ach, mein Freund, solche Leute liebt Gott besonders, und sie gefallen ihm am meisten.’ Der brave Ordensmann war ganz verwundert über diese gute Nachricht.
Er stellte sich an die Klosterpforte und sagte zu allen, die er vorbeigehen sah: ,Kommt, Freunde, ich habe eine gute Nachricht für euch. Der gelehrte Bonaventura hat mir gesagt, dass wir alle, auch wenn wir ungebildet sind, Gott lieben können so gut wie die Gelehrten. Was für ein Glück für uns, dass wir Gott lieben und ihm Freude bereiten können, ohne gelehrt zu sein.’ Darum sage ich euch, es gibt nichts Leichteres, als zu Gott zu beten, und es gibt nichts Tröstlicheres.“ (kath.net)
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