Zeichen und Zeugnis
Mittwoch, April 26, 2006
 
Die Emanzen haben es geschafft! Was denn?

Seit einigen Jahrzehnten verstoßen wir Frauen zunehmend gegen jene Gesetze, die das Überleben unserer menschlichen Spezies einst gesichert haben So genannte Vorzeigefrauen sollten sich fragen lassen, welche Ziele sie eigentlich leiten. Die ehrliche Antwort wäre: ,Es sind Selbstgefälligkeit und Eitelkeit.’

Die Frauen, die vor knapp einem halben Jahrhundert entschlossen und hoffnungsvoll dem Ruf der Emanzen und Feministinnen auf dem Weg nach weiblichem Erfolg folgten, sind im beruflichen Kampf gegen die Männer am Ende ihrer Kräfte und Ressourcen angelangt. Sie sind ausgelaugt, müde und haben wegen ihrer permanenten Überforderung nicht selten suizidale Fantasien.

Wir Frauen sind dem Wahn verfallen, uns beweisen zu müssen, dass wir zu allem fähig sind. Das führt zur „Entweiblichung“ der Frau und zur „Entmännlichung“ der Herrenwelt. Materieller Druck treibt die Frauen zum Geldverdienen; dabei vergeuden sie ihre wunderbaren Kräfte. Die Männer zucken nur noch verständnislos mit ihren breiten Schultern, an die wir uns so gern lehnen möchten.

Die Frauen, die sich der Emanzipation verschrieben haben, haben schon damals nicht gewusst, was das Glück bedeutet, ein Baby zu bekommen, einen liebenden Mann an der Seite zu haben und ... etwas zu erschaffen, was man den Familiensegen nennt. Es ist die Frau, die in der Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrags die Familie zusammenhalten kann.“ (Eva Herman, Fersehsprecherin, Cicero)

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Freitag, April 21, 2006
 
Eine Wette mit den TV Anstalten
"Wetten, daß Sie es nicht schaffen, für die nächste Vorweihnachtszeit einen leichenfreien Feiertag zu planen?" Diese Wette bietet der im Ruhestand lebende evangelische Pfarrer Hartmut Preß (Bamberg) acht deutschen Fernsehanstalten an. Sollte es einem Sender - darunter ARD, ZDF, SAT1 und RTL - wider Erwarten gelingen, an einem Adventssonntag oder einem Weihnachtstag zwischen 6 und 24 Uhr keine Gewaltszenen mit Toten und Verletzten zu zeigen, will der Pensionär 1.000 Euro an eine Hilfsorganisation für die Dritte Welt spenden. Im "besten Fall" müsse er 8.000 Euro überweisen, teilte Preß mit.

Er ist überzeugt, daß die ständige Darstellung von Gewaltszenen in den Medien die Hemmschelle zur Anwendung von Gewalt im Alltag immer weiter sinken läßt. Das will er nicht hinnehmen. Bisher hätten die Sender noch nicht auf seine Schreiben von Anfang März reagiert, so Preß gegenüber idea.

Der 66jährige hat fünf Bücher mit originellen Kindersprüchen verfaßt. Eine Sammlung von mehr als 3.000 Stilblüten verschaffte ihm im vergangenen Jahr einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. Außerdem übertrug Preß das Lukas-Evangelium ins Fränkische. Den Erlös seiner Veröffentlichungen stiftet er Einrichtungen für notleidende Kinder in Brasilien und Tansania. Bayerischer Pfarrer bietet TV-Anstalten eine Wette um insgesamt 8.000 Euro an: "Wetten, daß Sie es nicht schaffen, für die nächste Vorweihnachtszeit einen leichenfreien Feiertag zu planen?"
Bamberg (www.kath.net/idea)

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Dienstag, April 18, 2006
 
Warum das Judas-Evangelium, „Der Da Vinci Code“ und „Sakrileg“ im 21. Jahrhundert gut angekommen.
Warum das Judas-Evangelium, „Der Da Vinci Code“ und „Sakrileg“ im 21. Jahrhundert gut angekommen. Oster-Predigt des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller.

Im Jahre 180 nach Christus veröffentlichte der Bischof von Lyon, Irenäus, das bedeutsamste Werk dieser Zeit mit dem Titel „Gegen die Häresien“. In fünf großen Bänden schildert er die gewaltige geistige Auseinandersetzung der katholischen und apostolischen Kirche mit einer ursprünglich heidnischen Erlösungsreligion, der sog. Gnosis.

Im Laufe der Zeit hatte dieses Gedankengebäude, das die Welt und den Menschen in zwei Teile spaltet, auch christliche Elemente in seine wirren Spekulationen aufgenommen. Vom Ansatz her vertreten die Gnostiker einen Dualismus zwischen Geist und Fleisch. Demnach gibt es einen reinen Lichtgott, dem ein böser Schöpfergott der materiellen Welt gegenüberstehe.

Die Welt in der die Menschen leben, ist der Schauplatz, wo sich das rein Geistig-Gute und das Materiell-Schlechte bekämpfen. Erlösung vom Bösen geschieht dann, wenn der Mensch aus der Verstrickung des Leiblichen und Materiellen befreit wird und sich in die lichten Höhen der weltlosen und rein geistigen Sphäre erhebt.

Überträgt man dieses Ansatz auf die christlichen Glaubenslehren, dann ergeben sich folgende Konsequenzen: Gott darf nicht der Schöpfer des Himmels und der Erde sein, denn alles Materielle ist Abfall von Gott und ganz von Sünde durchdrungen. Es darf auch keine Menschwerdung Gottes geben. Jesus als Mensch ist dann nur eine Erscheinung des bösen Urprinzips der materiellen Welt.

Von Jesus zu unterscheiden ist der Christus als eine Art höhere Lichtgestalt. Folglich hatte er nur einen Scheinleib und hat am Kreuz auch nur zum Schein gelitten. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, dass ein anderer für Christus am Kreuz gestorben ist. Die Auferstehung von den Toten kann so niemals eine leibliche Auferstehung gewesen sein.

Sie ist nur die Metapher oder das Symbol, dass nach dem Tod der höhere Lichtteil des Menschen sich aus der Verstrickung in die böse leibliche Welt in die Sphäre des Geistig-Göttlichen erhebt. Heute würde man sagen, die Auferstehung ist nur die Metapher, dass das Leben weitergeht nach dem endgültigen Verlöschen des individuellen Menschen in seinem Tod.

Das Christentum dagegen, das sich auf die apostolische Überlieferung in der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Bundes beruft, lehrt dagegen die Einzigkeit Gottes, die Gutheit der ganzen Schöpfung, die Teilhabe des menschlichen Leibes und der materiellen Welt an der gottebenbildlichen Würde des Menschen, die wirkliche Fleischwerdung des Wortes Gottes, das wirkliche Leiden Jesu am Kreuz, die Selbigkeit von Jesus als Mensch und Christus als Gott und Erlöser, die Auferstehung des Fleisches und den neuen Himmel und die neue Erde als Inbegriff der Erlösung des ganzen Menschen – mit Leib und Seele.

Aus den gnostischen Schriften nennt der heilige Bischof Irenäus als ein spezifisches Machwerk auch das sog. „Evangelium des Judas“ aus dem 2. Jahrhunderts. Darin wird Judas zugestanden, dass er als einziger der Apostel Jesus richtig erkannt habe. Sein Verrat an Jesus und die Auslieferung an seine Henker seien etwas Positives gewesen. Er habe dazu beigetragen, dass Jesus durch seinen Tod sich aus der fleischliche Natur wie aus einem Kerker befreien konnte, so dass er nur noch als ein himmlisches Geistwesen existiere.

Gottes wahrer Sohn von Ewigkeit her ist Jesus aber sowieso nicht. Im Judasevangelium wird der Verräter Judas zum wahren Zeugen des Messias gegen die apostolische Kirche mit ihrem katholischen Glaubensbekenntnis und ihrer Liturgie. Besonders scharf wendete der Verfasser sich gegen den Opfercharakter der Eucharistie und den priesterlichen Dienst der Apostel und ihrer Nachfolger im Bischofs- und Priesteramt.

Eben dieses antikatholische Evangelium ist vor einiger Zeit in Ägypten in koptischer Übersetzung wieder entdeckt worden. Geschäftstüchtige Romanschreiber und Filmemacher haben es unter die Leute gebracht. Das Buch „Der da Vinci Code“ und der Film „Sakrileg“ sind bei einem sensationslüsternen Publikum gut angekommen. Nicht weil es wirkliche und gesicherte historische Kenntnis übermitteln würde, sondern weil es der eigenen Skepsis gegenüber dem überliefertem christlichen Glauben entgegenkommt.

Die Parallele zwischen dem 2. und 21. Jahrhundert ist deutlich zu erkennen: Den Glauben an die Schöpfung des Kosmos als Teilhabe an der Güte Gottes hält man ebenso für undenkbar, wie die wirkliche Menschwerdung Gottes und die wirkliche Erlösung des Menschen durch Leiden und Tod Jesu Christi am Kreuz und seine leibliche Auferstehung von den Toten.

Und ebenso wie damals streut man bewusst den Zweifel aus an der geschichtlichen Zuverlässigkeit der Evangelien und der getreuen Überlieferung des apostolischen Glaubens in der katholischen Kirche aufgrund der rechtmäßigen Nachfolge der Bischöfe im Sendungsauftrag der Apostel. Man arbeitet mit einem klug ausgestreuten Verdacht: Der Vatikan opfere die Wahrheit dem Machtanspruch, so wie auch die Apostel und die Bischöfe der frühen Kirche aus Berechnung oder mangelnder Aufgeklärtheit sich ihre Wahrheiten von der Gottheit Christi und der Auferstehung von den Toten erfunden hätten.

Dagegen sei der „wahre Jesus“ unterdrückt worden. Nur das sog. Judasevangelium, das aber schon von Irenäus als ein pseudoreligiöses Machwerk entlarvt worden war, beschreibe Jesus so, wie er wirklich gewesen sein soll. Wie der Bischof Irenäus von Lyon haben die Bischöfe und alle wahrhaft Gläubigen bis heute die Aufgabe, diese Geschichtsfälschung zu entlarven.

Jeder Mensch mit einem klaren Verstand erkennt, dass solche Machwerke wie das Judasevangelium und seine Aufbereitung in Romanen und Filmen niemals die Wahrheit des christlichen Glaubens antasten können. Wer kann sich von solchen gnostischen Phantastereien die Erlösung aus Sünde und Tod erwarten? Die Glaubwürdigkeit der Apostel und der Evangelien lässt sich weder historisch noch spekulativ erschüttern.

Unsere Evangelien beruhen auf apostolischer Überlieferung. Sie geben aufgrund des geschichtlichen Handelns Gottes das Glaubensbekenntnis der ersten Jünger und der Kirche aller Zeiten wider. Wie viele Zeugen des Auferstandenen und wie viele Christen, die ihrem Zeugnis geglaubt haben, waren bereit, ihre ganze Hoffnung auf Jesus Christus zu setzen - bis zur Lebenshingabe! Unzählige Menschen haben im Laufe von 2000 Jahren die Mühen und Belastungen des Lebens im Blick auf den gekreuzigten Heiland der Welt getragen!

Unser Glaube an die Auferweckung Jesu von den Toten beruht nicht auf selbst fabrizierten Meinungen. Der christliche Glaube kann darum auch nicht von luftigen Spekulationen erschüttert werden, wenn Menschen sich anmaßen zu erklären, was sein kann und was nicht. Wer will denn Gott vorschreiben, wie er zu sein hat, was er vermag und was über seine Macht hinaus geht?

Unser Glaube beruht auf dem Zeugnis der Apostel. Petrus spricht in seiner Predigt (vgl. Apg 10, 34-48) für alle Apostel, wenn er sagt: Wir sind Zeugen, für alles, was Jesus im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Gott hat Jesus von Nazaret gesalbt mit dem Heiligen Geist und Kraft. Dieser verkündete das Evangelium, tat Gutes und heilte alle, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. Dieser Jesus wurde an den Pfahl des Kreuzes gehängt und getötet.

Doch Gott hat ihn am dritten Tag auferweckt und ihn den von Gott vorherbestimmten Zeugen erscheinen lassen. Ihnen hat er den Auftrag gegeben, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: „Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten.“ (Apg 10, 42) Wer an ihn glaubt, der hat in seinem Namen die Vergebung der Sünden und die Anwartschaft auf die Auferstehung von den Toten.

Wir glauben zurecht und begründet an den guten Gott als Schöpfer, Erlöser und Vollender des Menschen – als Leib und Seele, als Individuum, als Person und Gemeinschaftswesen. Wir glauben an Gott, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde und an seinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, der Mensch geworden ist und für uns wahrhaft gelitten hat und am Kreuz gestorben ist. Am dritten Tag ist er auferstanden. Er sandte uns den Heiligen Geist, der lebendig macht. Jesus Christus, der Mensch gewordene Sohn Gottes ist die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben. Amen.

Quelle: Bistum Regensburg

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Sonntag, April 09, 2006
 
Abetung, die erste Antwort auf Gottes Menschwerdung

Die Menschwerdung Gottes ist in erster Linie ein Anlass zur Anbetung. Die erste Pflicht des Geschöpfes gegenüber Gott ist, ihn als den anzuerkennen, der er ist: als Gott, d.h. als unendlich, ewig und unfassbar. Ein Mensch auf den Knien vor Gott ist etwas ganz Großes. Wer anbetet, steht am richtigen Ort, hat Sinn für Proportion und Maß in der Wirklichkeit.

Er bejaht, dass Gott alles ist. Das ist lautere Wahrheit und Gerechtigkeit. Anbetung ist der Beginn jedes wahren Lebens. Wo der Mensch in Anbetung nicht mehr niederkniet, dort gerät er außerhalb der Augenhöhe Gottes. Und dann schwindet Gott vor seinem Angesicht. Dann geht die Sonne unter. Dann naht die große innere Kälte. „Du wirst niemals mehr beten, niemals mehr anbeten, niemals mehr in endlosem Vertrauen ausruhen.

Du hast keinen fortwährenden Wächter und Freund für deine sieben Einsamkeiten. Du liebst ohne Ausblick auf ein Gebirge, das Schnee auf dem Haupte und Glut in seinem Herzen trägt. Es gibt keine Vernunft in dem mehr, was geschieht, keine Liebe in dem, was dir geschehen wird.“ Das hat nicht irgendein frommer christlicher Mystiker geschrieben, sondern der ehrlichste aller Gottlosen, Friedrich Nietzsche, in seinem Buch „Fröhliche Wissenschaft“.

Wo der Mensch in der Anbetung niederkniet, d.h. auf die Augenhöhe Gottes geht, dort gewinnt er wirklich menschliches Niveau und Profil. Gottes Herrschaft bedrückt nicht, sie erhöht die Niedrigen. Jeder, der sich vor ihm niederkniet, darf bekennen: „Der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49). Den Wert und die Größe des Menschen machen aus, dass er Gottes ist, ja, dass Gott ihn liebt. Und wenn wir mit diesem Gott auf Du und Du stehen, uns gleichsam auf Augenhöhe mit ihm befinden, sind wir nie etwas, das man versklaven, ausbeuten oder wegwerfen darf. Dass Gott mich liebt, macht mich mir wert. (Kard. Meisner)

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