Zeichen und Zeugnis
Dienstag, September 26, 2006
 
Kommen 120.000 Journalisten in die Hölle?
Warnte die schreibende Zunft eben noch vor der drohenden Kapitulation der Pressefreiheit im Angesicht moslemischer Gewalt, sprach man nun bereitwillig von einem "Fehler" des Papstes, der zwischen "kapital" und "strategisch" eingeordnet wurde. Weit davon entfernt, die allerheiligste Kuh der Meinungsfreiheit (die Mutter der Pressefreiheit) erneut auf die Weide zu führen und dem Papst - unabhängig persönlicher Überzeugung oder tatsächlicher Notwendigkeit - den Rücken zu stärken, ging man dazu über, ein Bild - eine Karikatur - des Papstes zu zeichnen, der "unklug", "politisch ignorant", "mittelalterlich" wild herumzitierte und den vatikanischen Friedenskurs seines Vorgängers als "Rottweiler des Herrn" ("Gottes Rottweiler zeigt die Zähne") zerbissen habe.

Eine kommentatorische Analyse zur breitgetretenen Diskussion um das Papstzitat aus Regensburg - Von Kaplan Johannes Maria Schwarz / KATH.NET.

Kommen 120.000 Journalisten in die Hölle? Keine Ahnung. Ich bin nicht Gott. Aber wenn die Überschrift nicht so gelautet hätte, hätten Sie diesen Beitrag dann angeklickt?

Wollte man sich den Mund selbst nicht schmutzig machen, trat man das Wort bereitwillig an postmoderne Wegwerfkatholiken ab, damit deren Frust gegen das katholischen Kirchenoberhaupt geschleudert werden konnte. Oder man suchte nach "gut informierten Vatikankreisen," die ja schon immer den Papst gewarnt hatten.

Irritierend ist bei all dem weniger die bekannte Feindseligkeit, welche der katholischen Kirche als letzter wirklichen Instanz entgegenschlägt, als vielmehr die eklatante Doppelzüngigkeit und die Selbstgerechtigkeit mit der hier gezischelt wird. Wurde der dänische Journalist als tapferer, tabubrechender Held gefeiert, stieß man den Papst ins Tal des Tadels, an dessen vermeintlichen Rand nun herablassend und überheblich über die "Fehler" des Pontifex moniert wird.

Kommen Journalisten in die Hölle? Ich will's nicht hoffen, aber versprechen kann ich es nicht. Ich bin nicht Gott. (kath.net)

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Montag, September 25, 2006
 
Gebet mit den Muslims

Am Ende seiner Ansprache an die muslimische Jugend 1986 in Marokko sprach Johannes Paul II. ein selbst formuliertes Gebet, in dem er das „wir“ des gemeinsamen Glaubens zu einem „wir“ des Gebetes zu machen suchte. Der Papst wählte tiefe, keineswegs oberflächliche Formulierungen, die Christen wie Muslime gläubig sprechen können.:
„Gott, Du bist unser Schöpfer. Du bist gut und Dein Erbarmen kennt keine Grenzen. Dich preisen alle Geschöpfe. Gott, Du hast den Menschen ein inneres Gesetz gegeben, nach dem wir leben müssen. Deinen Willen zu tun, heißt, unsere Pflicht erfüllen. Deinen Wegen zu folgen, heißt, den Frieden der Seele finden. Dir leisten wir unseren Gehorsam. Leite uns bei allen Initiativen, die wir auf der Erde unternehmen. Befreie uns von schlechten Neigungen, die unser Herz von Deinem Willen ablenken. Erlaube nicht, dass wir Deinen Namen anrufen und dabei die menschliche Unordnung rechtfertigen. Gott, Du bist der einzige, wir beten Dich an. Erlaube nicht, dass wir uns von Dir entfernen. Gott, Du Richter aller Menschen, hilf uns, am letzten Tag unter Deinen Erwählten zu sein.
Gott, Urheber der Gerechtigkeit und des Friedens, schenk uns wahre Freude und echte Liebe und eine bleibende Brüderlichkeit unter den Völkern. Mach uns reich an Deinen Gaben für immer. Amen.“

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Freitag, September 22, 2006
 
Die Ikonen suchen sich ihre Betrachter
Wie alt eine Lüge auch sein mag, die Wahrheit ist immer älter. Die Wahrheit geht jeder Täuschung voraus. Lüge ist immer gemacht. Wahrheit ist.

„Nicht die Betrachter suchen sich ihre Ikonen“, heißt es im Osten, „sondern die Ikonen suchen sich ihre Betrachter“. Ist das so, dann hat sich das „Heilige Gesicht“ nun Benedikt XVI. selbst gesucht. Das Antlitz von Manoppello wird Benedikt XVI. auf seine Weise anerkennen und erkennen.

„Den Auferstandenen sieht man nicht wie ein Stück Holz oder Stein“, schrieb Joseph Ratzinger 1985. „Ihn sieht nur, wem er sich offenbart. Und er offenbart sich nur dem, den er senden kann. Er offenbart sich nicht der Neugier, sondern der Liebe.“
(P. Badde)

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Dienstag, September 19, 2006
 
,Gott, der Herr, wird mir helfen‘ Jesaia und Benedikt XVI
Papst Benedikt rief am Sonntag zu „einem offenen und aufrichtigen Dialog“ auf, „in hohem gegenseitigen Respekt“. Aber den Ernst des Vorfalls kann das nicht mindern. In deutscher Sprache sagte er in Castelgandolfo: „,Gott, der Herr, wird mir helfen‘ (Jes 50, 9).

Diese Gewissheit des Propheten Jesaja aus den Texten der Sonntagsliturgie soll unser Denken und Handeln bestimmen. Ja, wir dürfen stets auf Gottes Hilfe vertrauen!“ Und hier fügte er ein, was nicht im Redemanuskript zu lesen war: „Auch in dunkler Zeit.“ Gott, so fuhr er fort, „ergänzt unsere guten Werke mit seiner Gnade und verleiht ihnen Wert für die Ewigkeit“.

Die Krise zwischen Rom und der islamischen Welt scheint offenbar nicht weiter zu eskalieren. Aber der oft so irenisch geführte interreligiöse Dialog hat einige Knackpunkte erhalten, über die die führenden Intellektuellen noch lange nachzudenken und zu debattieren haben.

War es ein Zufall, dass Papst Benedikt im weiteren Verlauf seiner Ansprache vor dem Angelus-Gebet über den gekreuzigten Herrn sprach? „Für die Juden ein Ärgernis, für die Heiden eine Torheit“. Manchem dämmert es bereits, dass Papst Benedikt in Regensburg genau gewusst hat, was er tat (Tagespost).

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Dienstag, September 05, 2006
 
Gotteshaus zerstört (China)

In China haben Polizisten eine Kirche zerstört, die ohne Genehmigung errichtet worden war. 500 Beamte seien am 1. September mit Bulldozern in das Dorf Yutouchang in der chinesischen Provinz Fujian gekommen, um das erst im Juli errichtete Gotteshaus dem Erdboden gleichzumachen, meldete AsiaNews.

Die Kirche war von Mitgliedern der von der Regierung nicht anerkannten katholischen „Untergrundkirche“ errichtet worden. Beim Abriss wurden zwei Personen verletzt, die das Gotteshaus verteidigten. Schauen Sie sich ein echtes Video an, das bei einer ähnlichen Ation im Jahre 2003 aufgenommen wurde.

Und diese Nation organisiert die nächste Olympiade. Kann man das hinnehmen?









Die Beamten kündigten an, in wenigen Tagen eine weitere Kirche im Dorf Ao Qian abreißen zu wollen.

Dort leben rund 400 Gläubige, die mehrheitlich vom Fischfang leben. Sie sammelten seit Jahren Geld für den Kirchenbau. „Unsere Gläubigen haben sich wirklich aufgeopfert und sogar beim Essen gespart, um diese Kirche bauen zu können“, sagt ein Angehöriger der Untergrundkirche.

„Jetzt ignoriert die Regierung das Blut und den Schweiß der armen Leute und will alles zerstören.“ Die Polizei rechtfertigt ihr Vorgehen mit „Sicherheitsbedenken“. In China sind religiöse Aktivitäten nur erlaubt, wenn sie offiziell gemeldet sind.

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