Zeichen und Zeugnis
Dienstag, Juni 19, 2007
 
Macht Religion krank?
Der Mensch soll das Christentum aufgeben, dann erst wird er Mensch“, schrieb der Philosoph Ludwig Feuerbach. Seitdem steht die These im Raum, dass „Religion“ – gemeint ist offensichtlich stets monotheistische Religion – den Menschen entfremde.

Wenn Gott nicht mehr ist als „was der Mensch nicht wirklich ist, aber zu sein wünscht“, also lediglich „der in der Phantasie befriedigte Glückseligkeitstrieb des Menschen“ (Feuerbach), dann ist Religion wohl, wie Marx formulierte, Produkt der Entfremdung des Menschen, bestenfalls „Opium des Volkes“, schlimmstenfalls ein Herrschaftsinstrument. Wie naheliegend klingt dann auch die These Sigmund Freuds, Religion sei eine universelle Zwangsneurose, eine infantile Form der Wirklichkeitsbewältigung.

These der Grazer Philosophie-Professorin Sonja Rinofner, prinzipiell könne alles krank machen.

Es sei eine Frage der Dosierung, der Einstellung, der Motivation und der individuellen Stabilität, ob Arbeit, Liebe oder Religion krank machen oder nicht. Nicht das Abstraktum Religion, sondern die spezifische Weise, mit Religion in der eigenen Lebenspraxis umzugehen, könne krank machen. Aber, so die Philosophin weise, alles hänge auch davon ab, wie man „Krankheit“ definiert. (mehr)

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