Zeichen und Zeugnis
Sonntag, Dezember 23, 2007
 
„Ich möchte niemanden haben, der mich liebt“? - Auch Atheisten wollen nicht in die Hölle
Wer bringt den Satz über die Lippen „Ich möchte niemanden haben, der mich liebt“? Der Kölner Erzbischof ist überzeugt, dass niemand in so einer Hölle leben will – auch kein Atheist.

Weihnachten geht auch Atheisten an. Davon ist Kardinal Joachim Meisner überzeugt. In einem von der „Bunten“ veröffentlichten Interview erklärte er, jeder Mensch wolle geliebt sein.

„Gott lässt keinen Menschen los. Deshalb gibt es – wenigstens von Gott her – keine Gottlosen“, betonte Meisner. Wer sich tatsächlich von Gott lossagen wolle, der sage sich los von der Liebe.

Meisner: „Auf die Frage, ob ein Mensch den Satz über seine Lippen bringt: ,Ich möchte niemanden haben, der mich liebt’, habe ich meistens die Antwort erhalten – auch von Atheisten: ,Das wäre ja die Hölle!’ Woher kennen diese Menschen denn diese theologische Definition der Hölle?“

Kein Mensch könne „ungeliebt sein wollen“, ist der Kölner Erzbischof überzeugt. Im Weihnachtsfest sammeln sich die tiefsten Sehnsüchte der Menschen und alle „angespannten Erwartungen an Harmonie, Liebe und Frieden“.

Meisner: „Die Antwort von Weihnachten ist aber gerade nicht ein gefühliger Seelenbalsam, sondern die Unbequemlichkeit der Krippe: In diesem Kind hat Gott am eigenen Leib erfahren, was Menschsein heißt. Er macht sich damit gerade mit den Notleidenden gleich, und er appelliert an die Betrachter der Krippe: Lasst euch im Herzen bewegen von diesem Anblick!“

Weihnachten lehre uns, so wie die drei heiligen Könige „vor dem Kind in die Knie“ zu gehen. „Auch wir müssen uns auf Augenhöhe mit diesem Kind begeben, um weihnachtliche Menschen zu werden. Dann können wir auch Engel für unsere Mitmenschen werden, gerade für die Schwächsten.“

Glaube wolle immer „in der Liebe aktiv werden“, betonte der Kölner Erzbischof. „Glaube erweist sich darin eben nicht als eine folgenlose Vertröstung, sondern als konkrete Lebenshilfe mit Hand und Fuß.“

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