Zeichen und Zeugnis
Sonntag, Februar 18, 2007
 
Drei Ks, die für die Geschichte notwendig sind
Ein heillos zerstrittenes Christentum war schon im achten Jahrhundert die große Chance des Islam. Es wird nichts helfen, die drei „K“ werden uns in dieser weltgeschichtlichen Auseinandersetzung notwendig werden: Katechismus, Kultur und Kinderfreundlichkeit. Mit Katechismus meine ich ein klares und verständliches Begreifen der eigenen Positionen des Glaubens. Das betrifft besonders jene, die sich vom Islam unterscheiden, nämlich Dreifaltigkeit und Sühnetod Jesu. Wir können es nicht dabei belassen, dass der Islam auftritt als die „biblische Religion für die Leute von der Straße“. Ein schlichter, klarer Katechismus, wie wir ihn in der Nachkriegszeit hatten, ist überfällig. Ich sehe heute noch die fett gedruckten Passagen des „Katholischen Katechismus für die Diözese Hildesheim“ von 1948 vor Augen. (Siehe: Kompendium)

Unter Kultur meine ich eine traditionsbewusste Gelassenheit, die darum weiß, dass wir viel, aber eben bei weitem nicht alles, der islamischen Kultur des Mittelalters verdanken. Auch hier mangelt es in erschreckendem Maß an Wissen. Und gerade wenn evangelische Christen behaupten, die vorreformatorische Kirchengeschichte sei ein gemeinsames Gut: Ich möchte auch nur eine evangelische Fakultät erleben, in der es einen Lehrstuhl für die Zeit zwischen Augustinus und 1517 gibt, immerhin 1100 Jahre, die wie weggeblasen sind; bei Katholiken sind die Notstände ebenso: Wie steht es mit dem Grabmann-Institut in München?

Wir werden uns besinnen und zusammenraufen müssen. Wer auf öffentliche Darstellung unserer kulturellen Identität verzichten möchte, muss wissen: Jede Religion geht notwendig eine Symbiose mit einer bestimmten Kultur ein. Das hat Vorteile und Nachteile. Aber es ist eine Frage der gewordenen Identität. Und öffentliches Darstellen hat nach dem Neuen Testament immer etwas mit Bekennen zu tun. Mit Mut und Klarheit, mit Leidensbereitschaft und Gottvertrauen. Gerade das Jesusbild des Lukas-Evangeliums mit der schonungslosen Auskunft, dass alles dieses Leiden und Mühsal bedeutet, ist hier ein wichtiger Fingerzeig.(Das schrieb er als er noch Card. Ratzinger war).

Labels: , , , , ,



Powered by Blogger

Frohe Weihnachten, Ihr Atheisten
Die dringende Aufgabe der Kirche in Europa: Wieder...
„Ich möchte niemanden haben, der mich liebt“? - Au...
Darum richte ich an dich, (bitte fügen Sie hier ih...
Die Verfolgung in China geht weiter: Bischo 15 Jah...
Wir haben jedenfalls genau so viele echte Priester...
Einen Gott, den man braucht, braucht man nicht.
Was feiert die Kirche im Advent? Gedanken von P. M...
Sie konnten den Zwilling nicht umbringen. Er war z...
"Es gibt nichts Schöneres als warten"