Zeichen und Zeugnis
Sonntag, Februar 07, 2010
 
Der Zölibat ist im 21. Jahrhundert das am deutlichsten sichtbare Zeichen, dem die Welt widerspricht
Der Zölibat ist im 21. Jahrhundert das am deutlichsten sichtbare Zeichen, dem die Welt widerspricht; schließlich bezweifelt er deren gesamte Logik.

Da in der Spätmoderne alles Welt werden soll, da alles aufgehen soll im Ewiggleichen, im Durchschnitt und im Diesseitigen, gilt dem Zölibat ausdauernde Ablehnung. Dass er im Kern ein Hoffnungszeichen ist für die Welt, indem er das Unbedingte zur Bedingung macht einer ganz anderen Existenzform, darf die Welt sich nicht eingestehen. Der Zölibat hält inmitten all des Vorläufigen und Relativen dem Absoluten die Tür offen. Die Welt aber will mehr vom Gleichen, nichts vom Besonderen; will mehr von der Gegenwart, kaum etwas von der Zukunft und schon gar nichts aus den Tiefen der Vergangenheit. Dort reicht ihr Regiment nicht hin.

Der zölibatär lebende Priester kränkt, allein weil er ist, die Gegenwart fundamental. Sie vergilt es ihm mit Generalverdacht, Sippenhaft, Schuldsvermutung. Ebenso kränkend mag man einen weiteren, darum verschwiegenen Gedanken empfinden:

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Montag, Februar 01, 2010
 
Ein Fels in der Welt
In den Angriffen auf Benedikt XVI. zeigt sich eine rastlose
Zivil-Religion. Sie verkündet unentwegt neue Wahrheiten, die nicht
länger halten als die Mode der Saison - Von Paul Badde / Die Welt

Wir sind nicht Papst und waren es nie, Gott sei Dank, weder der Autor
dieser Zeilen noch Klaus Wowereit oder Dieter Bohlen, und das ist gut
so. Nicht einmal Angela Merkel oder Margot Käßmann waren je Papst und
wir Deutschen alle zusammen erst recht nicht. Der Kalauer, der einmal
das Gegenteil behauptete, war eine geniale Titelzeile auf Seite eins,
aber eigentlich doch augenzwinkernder Blödsinn aus der Witzfabrik der
Frankfurter Schule. Wir sind auch keine Franzosen, seit Joseph Kardinal
Ratzinger 1992 in die Académie Française gewählt wurde.

Doch auch Alexander Smoltczyks schöne Beobachtung im "Spiegel", dass
die Deutschen im April 2005 "den Glauben an die Gottlosigkeit verloren"
hätten, stimmte natürlich nie. Das so zu empfinden war nur der
überwältigenden Erfahrung jener Tage auf dem Petersplatz
geschuldet, als selbst religiös ganz unmusikalische Menschen im
Röcheln von Papst Johannes Paul II. wieder etwas von den Chören
der Engel zu vernehmen meinten. Andere wurden damals mit der Wahl
Benedikts XVI. von der trügerischen Annahme überwältigt, der
große Weltkrieg der Völker sei erst damit endlich an ein Ende
gekommen. Diese Euphorien sind heute aufgebraucht. Jetzt melden sich die
Gottlosen wieder zurück, verbissener als je zuvor zu meinen Lebzeiten
und so aggressiv, als gelte es, verlorenes Terrain zurückzuerobern.

Klar, dass Benedikt XVI. wie von selbst in das Fadenkreuz ihres
Trommelfeuers geraten ist. Er wehrt sich ja nicht. Er verteidigt sich
nicht. Er wird nicht in Talkshows aufkreuzen. Aber es gibt eben keinen,
der dem Furor der gescheiterten linken Sozialingenieure von gestern
aufreizender im Wege steht. Nicht wenige von ihnen sind inzwischen als
Wortpolizisten oder Blockwarte einer neuen Zivilreligion zu Lohn und
Brot gekommen, die (außer Gott) alles anbetet, was der
Selbstermächtigung des Menschen über Leben und Tod und Schicksal
dient. Unter ihnen wird der gute alte Agitprop nun gegen die letzte
Bastion in Stellung gebracht, die diesem Projekt noch widersteht: Kirche
und Papst.

Befremdlich für römische Beobachter bleibt aber, wie leise sich so
viele tapfere Helden in Deutschland wegducken vor den diffamierenden,
demagogischen Anwürfen. Hier verfällt sogar die Bischofskonferenz
in ängstliche Schreckstarre - und lässt ihre Presseagentur, statt
mutig die Wahrheit zu sagen, die Schauernachricht noch einmal in jede
Redaktion zwischen Aachen und Passau pumpen, was Joseph Alois Ratzingers
Großonkel (!) im 19. Jahrhundert (!!) einmal über die Juden gesagt
habe: eine Art publizistischer Sippenhaft ins dritte Glied retro. Kein
Wort der Empörung dazu aus Berlin.

In Italien sorgt indes fast jedes Wort des Papstes von Belang für
heftige Debatten in den Zeitungen von links bis rechts. Die Polen haben
in ihrer Identifikation mit ihrem Papst das Sowjetsystem von Berlin bis
zur Beringstraße zum Einsturz gebracht. Der schlimmste Vorwurf aus
Deutschland gegen Papst Benedikt XVI. ist nach Analyse aller Argumente
aber nun wahrhaftig dieser: dass er Deutscher ist (und deshalb
natürlich auch in der Wolle gefärbter Antisemit et cetera, et
cetera). Dass Engländer diesen Vorwurf gleich nach der Wahl erhoben
haben, ist selbstverständlich. Doch dass er nun im Land der
Reformation ventiliert wird, darüber können sich in Rom oder
Warschau oder Paris viele nur noch verwundert oder erschrocken die Augen
reiben. In Deutschland darf man sich nicht mit dem Papst solidarisieren.

Er ist der modernste Pontifex, den es jemals gab, sein gelehrter
Scharfsinn weltberühmt, seine Doktrin der Trennung von Kirche und
Staat radikal, er ist ein Buddha auf dem Sessel Petri, er ist der Papst,
der sich wie kein anderer tief mit dem Glauben der Juden beschäftigt
hat, er ist der ökumenischste, den wir vielleicht je haben werden
(doch nicht zum Nulltarif), auch wenn das viele - falls jemals - wohl
erst beim nächsten Papst aus China oder Brasilien begreifen werden.
Doch er ist ein Deutscher. Aua! Deshalb muss jetzt hier einmal kurz
über seinen Glauben geredet werden.

Denn Katholiken glauben nicht nur an einen einzigen Gott. Sie glauben
zudem, als Konsequenz dieser Überzeugung, dass es Wahrheit gibt. Und
zwar eine Wahrheit, also nicht zwei, drei, vier oder unzählige. Und
was wahr ist, kann nicht gleichzeitig unwahr sein; auch dreiste
Wiederholungen machen Lügen nicht wahr. Den Glauben an die Existenz
einer Wahrheit teilen fromme Katholiken im Übrigen mit frommen Juden
und frommen Muslimen, und zumindest das katholische Credo muss dank der
Religionsfreiheit heute keiner mehr teilen. Denn in unserer Weltgegend
ist diesem Glauben an die Wahrheit in der Moderne ja das Bekenntnis des
großen Katholiken Alexis de Tocqueville zur Seite getreten, der als
Zeitgenosse von Karl Marx zu der Erkenntnis kam: "Ich glaube, ich
würde die Freiheit in allen Zeiten geliebt haben. In der Zeit aber,
in der wir leben, fühle ich mich geneigt, sie anzubeten."

Dennoch macht ihr rigider Umgang mit der Wahrheit die katholische Kirche
auch weiterhin ein wenig ungeschmeidig gegenüber all denen, die heute
eine und morgen eine andere Meinung haben und vertreten, weil es ihrer
Ansicht nach ja keine allgemeingültige Wahrheit gibt. Nur lauter
spukende Zeitgeister. Da spuken sie eben mit. Gestern Kommunist, morgen
Buddhist, übermorgen vielleicht einmal Mondanbeter. Es ist irgendwie
auch menschlich, allzu menschlich. Weniger human ist allerdings der
inquisitorische Furor, mit dem hier bei jeder neuen Wende und Kurve
wieder Vollgas gegeben wird.

Ich muss nicht ausführen, dass es zwei unkompatible Welten sind, die
sich da gegenüberstehen. Wo Glaubende an der Wahrheit (selbst wo sie
zum Teil noch verborgen ist) als einer tief verankerten Seinsweise
lehnen, fehlt echten Atheisten dieser ruhende Pol. Sie können sich
letztlich an nichts anlehnen, weil nichts zuverlässigen Bestand hat.
Sie möchten auf der richtigen Seite sein, diesmal, endlich einmal.
Das ist es, was sie umtreibt, und das ist nicht ungefährlich. Es ist
genau das, wovor Joseph Kardinal Ratzinger am Vorabend seiner Wahl zum
Papst warnte, als er eine drohende "Diktatur des Relativismus" beschwor.
Denn wer den Unterschied zwischen der Wahrheit und der Lüge einebnen
will, wird auch andere Unterscheidungen einebnen wollen. Warum denn
nicht? Kann man doch alles sagen. Alles ist relativ. Es gibt keine
Wahrheit. Es gibt nur die, die sich anmaßen, es gäbe sie.

Was wird dem Papst vorgeworfen? Dass er nicht genug gesagt und getan
habe in Auschwitz, in Jerusalem? Was ist genug? Soll er sich aufgeben
und in Dienst nehmen lassen als düsterer Ministrant eines Ritus, in
dessen Mitte die totalitäre Apokalypse steht? Die Wahrheit ist: Nicht
die katholische Kirche hat den verbrecherischen Zivilisationsbruch des
vergangenen Jahrhunderts begangen oder auch nur zu verantworten, sondern
die neuen Heiden à la mode des 20. Jahrhunderts. Diesem blub- bernden
Becken entsteigt aber auch heute der Hass auf den Papst, der genauso
duftet wie der Hass, den schon die Nazis gegen Pius XII. hegten.

Denn Benedikt XVI. stört. Darum wird er als Taliban beschimpft. Sei's
drum. Doch gestern musste ich lesen, der Mann aus Bayern sei nicht nur
Deutscher, sondern auch "von vorgestern", und da wurde es endgültig
lächerlich. Ach, Jungs, er ist doch kein Mann von vorgestern. Er ist
von vorvorvorvorgestern. Er ist 2000 Jahre alt. Er ist Petrus. Er ist
Galiläer und stammt aus Bethsaida am See. Darum versöhnt er die
katholische Kirche so radikal mit ihrer authentischen, apostolischen,
trotz aller Brüche letztlich ungebrochenen Tradition, zurück zu
ihrem Ursprung in Jesus von Nazareth, der von sich gesagt hat: "Ich bin
der Weg, die Wahrheit und das Leben."

Wer das nicht versteht, hat von der katholischen Kirche nichts
verstanden. Benedikt XVI. hat sich mit Haut und Haar der ewigen Wahrheit
des barmherzigen Gottes verschrieben, für den er auch sterben wird
wie sein Vorgänger. Er ist ein Mann von vorvorgestern und von
überübermorgen. Wie viele Imperien sind in den letzten 2000 Jahren
zerbröselt? Der Papst bleibt. Petrus ist der Fels in dieser Welt.

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Sonntag, Januar 31, 2010
 
Erzbischof Eijk: Jahre der Wahrheit für die Kirchen
Ein niederländischer Erzbischof geht davon aus, dass in den Niederlanden in den nächsten zehn Jahren noch 1.000 Kirchen geschlossen werden, 600 protestantische und 400 katholische Gotteshäuser. Die Bischöfe lehnten eine Nutzung der Kirchen als Moscheen ab

Der niederländische Erzbischof Wim Eijk sieht das kommende Jahrzehnt als «Jahre der Wahrheit für die Kirchen». Die Abkehr von Gläubigen von der Kirche werde sich erst um das Jahr 2020 stabilisieren, sagte der Erzbischof von Utrecht in einem Interview der Zeitung «De Telegraaf» (Samstag). Derzeit seien vielleicht 16 Prozent der Bevölkerung der Niederlande Katholiken. Dieser Anteil werde auf zehn Prozent sinken. «Die Katholiken, die dann noch praktizieren und ihren Glauben erleben, sind verstärkt auf der Suche nach dem authentischen Glauben», erläuterte Eijk.

Der Erzbischof geht davon aus, dass in den Niederlanden in den nächsten zehn Jahren noch 1.000 Kirchen geschlossen werden, 600 protestantische und 400 katholische Gotteshäuser. Die Bischöfe lehnten eine Nutzung der Kirchen als Moscheen ab. Leerstehende Kirchen könnten von anderen christlichen Gemeinschaften oder im Rahmen der Gesundheitsfürsorge und für kulturelle Aufgaben genutzt werden. Auch ein Abriss der Gebäude sei möglich, sofern sie nicht unter Denkmalschutz stünden.
Den Haag (kath.net/KNA)

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Samstag, Januar 30, 2010
 
Polen: Pfarrer zählt Firmlinge per Fingerabdruck
Ein Lesegerät für Fingerabdrücke nach der Messe soll die „Unterschrift des Pfarrers“ ersetzen.

Nicht nur in die Seele, auch auf die Finger schaut ein katholischer Pfarrer in Südpolen: Der Priester Grzegorz Sowa ließ in seiner Kirche ein Lesegerät für Fingerabdrücke installieren, wie die Zeitung «Gazeta Wyborcza» am Freitag berichtet. Damit sollen Anwärter für die Firmung ihre Teilnahme am Gottesdienst belegen können. Wer innerhalb von drei Jahren 200 Kirchenbesuche in der Hand habe, werde von einer Firmprüfung befreit.

Die Anwesenheit der Jugendlichen in der niederschlesischen Kleinstadt Gryfow Slaski (Greiffenberg) nahe der deutschen Grenze soll dem Bericht zufolge an allen Sonn- und Feiertagen, jeden ersten Freitag im Monat, bei Rosenkranz-Andachten und an allen Adventstagen registriert werden. Der Priester habe gegenüber Schülern und Eltern erklärt, dass Verfahren sei risikofrei und rechtmäßig. Die Mehrheit der Eltern habe dem Einsatz des Lesegeräts zugestimmt. Einige befürchteten jedoch Datenmissbrauch.

Dem Priester werde unter anderem vorgeworfen, ohne das Wissen der Eltern Fingerabdrücke von Schülern genommen zu haben. Beim nationalen Datenschutzbeauftragten ging bereits eine Beschwerde ein, bestätigte dessen Sprecherin der Zeitung. Viele Schüler seien mit dem Lesegerät jedoch einverstanden. Eine Schülerin sagte dem Blatt, ohne das Gerät müsste sie sich nach jedem Gottesdienst eine Unterschrift vom Pfarrer holen.

(C) 2010 KNA

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Freitag, Januar 29, 2010
 
Der Teufel ein Märchen?- Klartext
"Ich möchte heute mit Ihnen über ein sehr heikles Thema sprechen nämlich über den Teufel. Das Wort Teufel kennen die Menschen, das Wort Teufel benützen die Menschen, aber in Gesprächen habe ich beobachtet dass sie dann alle die Nase rümpfen, und sagen, naja das sind so Märchen, das ist lächerlich, das gibts onehin nicht. Auf der anderen Seite gibt es, auch im internet Teufelskulte und alles mögliche dieser Art, also es ist eine sehr verwirrte Situation bezüglich des Teufels."




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Donnerstag, Januar 28, 2010
 
Benedikt XVI: Von ihm ist nichts für die Ökumene zu erwarten?
Kardinal Kasper: Stellungnahme bei Radio Vatikan – Deutsche Abteilung am 22. Januar 2010

„Es gibt nach meiner Kenntnis derzeit keinen anderen Kirchenführer, der sich so oft und so nachdrücklich für die Einheit der Christen einsetzt, wie dies Papst Benedikt XVI. seit seiner Wahl vor fast fünf Jahren tut. Für ihn ist Ökumene keine beliebige Option; sie ist ihm Pflicht und Herzensanliegen.

Allein in dieser Woche hat der Papst zwei Mal für Ökumene geradezu geworben: Zuerst am letzten Sonntag beim Angelus, dann sehr ausführlich in der Katechese bei der Generalaudienz am Mittwoch; bereits am nächsten Montag wird er in St. Paul vor den Mauern einem großen ökumenischen Gottesdienst mit einigen hundert Teilnehmern vorstehen ud dabei die Predigt halten. Außerdem hat er in dieser Woche neben sehr vielen anderen Verpflichtungen eine ökumenische Delegation aus Finnland empfangen und die Synagoge in Rom besucht. Er wird in den nächsten Wochen die lutherische Gemeinde in Rom besuchen. Auf allen seinen Auslandsreisen sucht er ökumenische Kontakte. Man müsste eine Stunde reden, wenn man alles aufzählen wollte.

Umso unverständlicher ist es, wenn die Ratsvorsitzende der EKD öffentlich sagt, sie erwarte von diesem Papst ökumenisch nichts. Ich war bisher der Meinung, dass solche pauschalen gegenseitigen Aburteilungen endgültig der Vergangenheit angehören. Ich habe mich getäuscht und bin enttäuscht.

Man kann mit Papstkritik in Deutschland derzeit leicht Stimmung machen und Zustimmung erhalten. Sie ist in dieser Form jedoch unfair und ungerecht, und sie ist zutiefst unökumenisch. Sie zeugt von ökumenischer Uninformiertheit und zeigt, dass die internationale ökumenische Diskussion in Deutschland derzeit kaum wahrgenommen wird. Schade für die Ökumene in Deutschland.“

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Dienstag, Januar 26, 2010
 
Der grosse Traum für Europa: Die grosse neue Mission!
KATH.NET: Herr Kardinal, Sie haben Kirchengeschichte mitgeschrieben – Stichwort: Weltkatechismus - und miterlebt. Welche Veränderungen oder Entwicklungen würden Sie denn innerhalb der Kirche noch gerne erleben?

Kardinal Schönborn: Die große neue Mission in Europa! Das ist sicher der große Traum. Europa ist evangelisiert worden zuerst in der frühchristlichen Zeit, in der apostolischen Zeit. Die Apostel sind ja weit herumgekommen. Die zweite große Missionswelle waren die iroschottischen Mönche. Die Evangelisierungswellen waren immer auch die Erneuerungswellen. Das war die große cluniazensische Reform des Mönchtums, dann kam die Reform von Citeaux mit ihrer unglaublichen Ausbreitung über ganz Europa mit ihren Klöstern. Dann kamen die Städte, die Bettelorden, die Franziskaner, die Dominikaner, die die wachsende Stadtbevölkerung evangelisiert haben. Es folgte die große Erneuerung nach der Reformation durch die katholische Reform. Auch im 19. Jahrhundert, während der Industrialisierung, gab es eine Welle der kirchlichen Erneuerung. Ich hoffe, es wird eine solche auch in unserer Zeit geben. Aber das haben wir nicht wirklich in der Hand - es sind Kräfte, die wirklich aus der Tiefe kommen, aus der Kraft des Himmels. Erneuerung muss wirklich aus der Kraft Gottes kommen. Aber es gibt viele Anzeichen dafür, dass der Herr auch der Herr der Geschichte ist: Wenn Er dem Abraham gesagt hat, dass Er aus den Steinen Kinder wecken kann, dann kann Er auch aus einem Europa, das glaubensschwach geworden ist, durch ganz besondere Gnaden eine neue Welle der Begeisterung für das Evangelium erwecken.

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Sonntag, Januar 24, 2010
 
Gott ja... Kirche nein...
KATH.NET: Viele Menschen sind offen für Gott, lehnen aber die Kirche als Institution ab. Was sagen Sie ihnen?

Kardinal Schönborn: Was ich oft und ganz direkt sage: Ich wünsche Ihnen, dass sie so eine positive Kirchenerfahrung machen können, wie ich das Glück hatte, sie zu haben. Ich sage oft dazu: Ich weiß, das kann ich Ihnen schwer erklären, wenn Sie diese Erfahrung nicht selbst gemacht haben. Aber für mich ist die Kirche durch all die Jahre immer Heimat gewesen. Ich verdanke der Kirche so unvergleichlich viel, und deshalb wünsche ich anderen, dass sie diese Erfahrung machen können. Zweitens versuche ich, Missverständnisse auszuräumen. Wo echte Fehler in der Kirche passieren, soll man sie zugeben und beim Namen nennen. Das hat Jesus selber gegenüber seinen Aposteln getan, und das haben die Apostel in den Evangelien getan. Sie haben ganz getreu die Fehler berichtet, die sie selber gemacht haben. Man soll aber auch zeigen, wo die Kirche ungerecht angegriffen wird, wo falsche Vorurteile gegen die Kirche herrschen. Man soll auch wirklich besser Bescheid wissen über die Geschichte der Kirche. Es gibt völlig falsche Vorstellungen von den Kreuzzügen, der Inquisition oder etwa von Galilei. Die typischen Vorwürfe gegen die Kirche kommen meistens aus einer abgrundtiefen Unwissenheit. Da haben wir schon die Aufgabe aufzuklären und alle Vorurteile zu entkräften.

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Samstag, Januar 23, 2010
 
Klare Sprache. Entweder gilt der Katechismus oder man macht, was man will.
"Lebenswirklichkeit" contra kirchliches Lehramt? Wollen die auch den Katechismus der Katholischen Kirche abschaffen?



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Der Teufel ein Märchen?- Klartext
Benedikt XVI: Von ihm ist nichts für die Ökumene z...
Der grosse Traum für Europa: Die grosse neue Missi...
Gott ja... Kirche nein...
Klare Sprache. Entweder gilt der Katechismus oder ...
Ich wollte....
 

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