Zeichen und Zeugnis
Mittwoch, März 14, 2007
 
Fastenzeit: Training für die Freiheit
KATH.NET präsentiert Fastentipps von Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg), Kardinal Christoph Schönborn (Wien) und Bischof Felix Genn (Essen).

Erzbischof Ludwig Schick, Bamberg:

Fastenzeit ist eine „Trainingszeit“. Der Mensch soll sich in „das neue Menschsein“ Christi „einüben“. Dazu gehört auch das Reden und Sprechen. Die Fastenzeit lädt ein, den richtigen Gebrauch der Worte einzuüben.

Fünf Vorsätze dazu:

Ich überlege immer erst, dann rede ich.

Mein Ja soll ein Ja und mein Nein ein Nein sein.

Ich achte stets darauf, dass mein Reden mit meinem Denken und Fühlen übereinstimmt. Es darf keine Unwahrhaftigkeit und Lüge in meinen Worten geben.

Ich höre mehr zu als ich rede. Ich bin mehr Ohr als Mund.

Ich suche die Stille, um Gott wahrzunehmen und mit IHM zu sprechen.


Kardinal Christoph Schönborn, Wien:

Fastenzeit, das ist eine Schule der Freiheit. Um frei zu werden von mir, für Gott und die anderen. Einige „Trainingsanleitungen“ dazu:

1) Ich spreche gerne über das Gute, das ich tue. Also versuche ich, mir diesbezüglich ein Fasten aufzuerlegen.

2) Ich versuche, wirklich zu fasten, das heißt, zum Beispiel auf Lieblingsspeisen zu verzichten oder einfach weniger zu nehmen, wenn ich Lust auf mehr hätte. Die Beherrschung des Leibes hilft mir, auch seelisch beherrschter zu sein und die „Ich-Sucht“ zu bekämpfen.

3) Ich versuche, wirklich zu beten, aber nicht vor den anderen, sondern „im stillen Kämmerlein“, wo ich ganz alleine bin, wo ich niemandem etwas vormachen kann. Hier bin ich mit Gott alleine. Hier ist Er mir nahe. Hier bin ich einfach ich selber, so wie ich vor Gott bin. Vor Ihm werde ich nicht heucheln. Ganz ehrlich und einfach vor Gott sein: Das tut der Seele gut. Das hilft, auch untereinander weniger Theater zu spielen.

Bischof Felix Genn, Essen :

Fasten: Nicht um abzunehmen, sondern um zu wissen, dass der Bräutigam genommen ist, weil in mancher Bedrängnis und in der Gottlosigkeit unserer Tage der Herr oft nicht sichtbar ist.

Gebet: Um dem Herrn gerade in diesen Tagen näher zu kommen und noch tiefer inne zu werden, was Tod und Auferstehung Jesu Christi der Welt geschenkt haben.

Almosen: Viel intensiver als sonst, auch um den Preis des Verzichts: Geduld zu üben, den Armen nahe zu sein, Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber den Mitmenschen in besonderer Weise zu üben.

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