Zeichen und Zeugnis
Donnerstag, Dezember 27, 2007
Der Krebs ist für mich wie mein 'kleiner Engel'
Der 84-jährige Kardinal Shan Kuo-hsi aus Taiwan hat Lungenkrebs – Verzweifeln möchte der Kirchenmann nicht - Sein Vorbild im Leiden ist Johannes Paul II.Seitdem Kardinal Paul Shan Kuo-hsi weiß, dass er Lungenkrebs hat, wartet er nicht einfach nur verzweifelt auf seinen Tod, sondern er bemüht sich, andere zu ermutigen, dem Leben zuversichtlich zu begegnen. Der emeritierte Bischof von Kaohsiung und ehemalige Vorsitzende der chinesisch-regionalen Bischofskonferenz in Taiwan, der der Gesellschaft Jesu angehört, trat im Oktober unter dem Titel „Meinem Leben ein Lebewohl“ seine persönliche „Missionsreise“ an.
Sein erstes Ziel war Hsinchu an der nordwestlichen Küste von Taiwan. Seither hat er sechs weitere Diözesen dieser Insel besucht.
„Der Krebs ist für mich wie mein ‚kleiner Engel‛“, erklärte der Kardinal in einem Telefoninterview mit ZENIT. Er veranlasse ihn dazu, „den Leuten zu sagen, dass wir den Herausforderungen unseres Lebens mutig entgegentreten sollen.“ Er Im Alter von 84 Jahren sei er „glücklich, ein Zeuge des Evangeliums zu sein“, so der Kardinal.
In einem Zentrum für Drogenabhängige in Taitung hob der Kardinal hervor, der Krebs habe ihm gezeigt, dass er in der Endphase seines Lebens versuchen sollte, „der Gesellschaft mein Bestes zu geben". Er betete für die Drogenabhängigen und rief sie dazu auf, die Probleme des Alltags mit „Liebe“ zu lösen. Kardinal Shan Kuo-hsi offenbarte, er sei von seiner Diagnose im Juli 2006 und von der damals berechneten Lebenserwartung von vier bis fünf Monaten schockiert gewesen. Zunächst habe er sich an den Herrn gewandt und ihn gefragt: „Warum ich?" Dann habe er aber erkannt, dass dies der Wille Gottes sei.
„Er wollte, dass ich anderen helfe, indem ich meine persönliche Erfahrung mit ihnen teile.“ So habe sich die Frage gewandelt in: „Warum nicht auch ich?“ Ein Kardinal habe schließlich kein Sonderrecht darauf, ewig gesund zu bleiben. Nach seinem Tod werde sich sein Körper in Dünger für die Erde Taiwans verwandeln, seine Seele jedoch werde zum Herrn gehen. Der chinesische Kardinal pries das heroische Beispiel von Papst Johannes Paul II., der stets danach getrachtet habe, auch die letzten Augenblicke seines Lebens mit Würde zu leben. Die letzte Station seiner Rundreise führe den Kardinal am Mittwoch in die Katholische Universität Fu Jen in Taipei, wo ihm in Anerkennung seiner Liebe zum Leben eine Auszeichnung überreicht wurde.
Kardinal Shan Kuo-hsi wurde in der nordchinesischen Provinz Hebei geboren. Nachdem er 1946 dem Jesuitenorden beigetreten war, verließ er China. 1955 wurde er auf den Philippinen zum Priester geweiht. 24 Jahre später wirkte er als Bischof in Hualien (Taiwan) und ab 1991 in Kaohsiung. 1998 erhob ihn Papst Johannes Paul II. in das Kardinalskollegium. Im Januar 2006 trat Kardinal Shan Kuo-hsi schließlich in den Ruhestand. (Zenit.org)
Labels: China, Engel, Glaube, Hoffnung, Jesuiten, Kardinal, Krankheit, Krebs
Mittwoch, Dezember 19, 2007
Die Verfolgung in China geht weiter: Bischo 15 Jahre im Gefängnis
Der 73-jährige Julius Jia Zhiguo hat mittlerweile über 15 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht. Nach fast viermonatiger Haft ist der chinesische Bischof Julius Jia Zhiguo von der Diözese Zhengding (Provinz Hebei) am 14. Dezember vorübergehend freigelassen worden. Das meldete AsiaNews. Informanten berichten: „Die Familie des Bischofs hat die Regierung gebeten, ihn freizulassen, da sein Onkel sehr krank ist und ihn vor seinem Tod noch sehen möchte.“
Der 73-jährige Bischof hat mittlerweile über 15 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht. Er hatte die Behörden mehrfach gebeten, zu Weihnachten freigelassen zu werden, damit er den Festgottesdienst am 25. Dezember in seiner Kathedrale in Wuqiu feiern könne.
Ob diesem Wunsch entsprochen wird, ist unklar, berichtet ein Katholik: Ein Vertreter der Regierung habe angekündigt, „dass der Bischof in wenigen Tagen erneut verhaftet wird, weil er einige Vorlesungen besuchen muss“. Unklar ist, ob diese „Gehirnwäschen“ vor oder nach Weihnachten stattfinden.
Bischof Jia war am 23. August verhaftet worden, nachdem er ein Plakat der Patriotischen Vereinigung von der Fassade seiner Kathedrale entfernt hatte. Er war außerdem gerade dabei, einen Hirtenbrief zu schreiben, in dem er den Brief des Papstes an die chinesischen Katholiken kommentierte.
Die Diözese Zhengding liegt 270 Kilometer südlich von Peking. Sie beheimatet rund 110.000 Gläubige der chinesischen Untergrundkirche. Die Gemeinde ist bekannt durch ihre sozialen Aktivitäten. Bischof Jia gründete ein Waisenhaus für behinderte Kinder, das von Ordensfrauen betreut wird. Seit einigen Tagen steht auch diese Einrichtung unter Beobachtung der Polizei.
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