Zeichen und Zeugnis
Dienstag, Oktober 21, 2008
 
Jeder Christ muss es lernen, sein Ich zurückzusetzen und Christus in die Mitte treten zu lassen.

Kirche ist das Fenster, aus dem der göttliche Atem in die Geschichte der Welt weht. Und dieses Fenster droht, durch die Banalität der Christen und ihrer Hirten verdunkelt zu werden, die der Meinung sind, dass gerade dieses Göttliche als Göttliches nicht zumutbar ist und menschlich aufbereitet werden muss. Aber nur die göttlichere Kirche ist Prinzip und Fundament, kann Ort der Erneuerung des Glaubens sein. Alles andere ist Selbstbetrug. Die säkulare Welt braucht keine christliche Moral, wenn der Glaube an deren Basis ein Optional ist. Es gibt viele andere Moralsysteme, die ähnlich gut funktionieren und sich in den Reigen der relativen Umstände gut einordnen. So wird eine säkularisierte christliche Moral nicht nur zu einem irrationalen Instrument des Ausdrucks von mehr oder minder guten Gefühlen. Sie verliert sich einfach in der Pluralität der Meinungen, insofern sie selbst sich als ebensolche Meinung präsentiert.

Eine Kirche, die meint, sich durch von außen an sie herangetragene Konflikte in ihrem Handeln bestimmen zu lassen, indem sie diese Konflikte zum „Schlachtfeld“ um ihre eigene Identität benutzt, geht fehl und verliert sich. Die Dramatik der Kirche besteht darin, dass sie (wieder) in der Lage sein muss, die wahre, die einzige Frage des Glaubens zu stellen: die Gottesfrage, die Verkündigung des Reiches Gottes. Jeder Christ muss es lernen, sein Ich zurückzusetzen, einen Schritt zurückzugehen, um Christus in die Mitte treten zu lassen.

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Donnerstag, August 16, 2007
 
Das Antlitz Jesu Christi
Am 16. August, feiert die orthodoxen Kirche seit uralter Zeit den Festtag "des heiligen Mandylion“, des Schleiers mit dem Antlitz Christi.

"Kurz nachdem der Papst das Buch Paul Baddes über das Antlitz von Manoppello gelesen hatte, entschloss er sich zu einer Pilgerreise dorthin. Am 1. September 2006 wurde Benedikt XVI. deshalb zum ersten Papst, der nach über vierhundert Jahren wieder im Zwiegespräch vor dem Antlitz verharrte, das so lange als kostbarster Schatz der Christenheit gegolten hat. TV-Stationen katapultierten das Bild in alle Winkel der Erde. Es war ein „point of no return“. Christi Gesicht sei der „Polarstern“ der Christenheit, rief Erzbischof Bruno Forte zur Begrüßung des Pontifex Maximus.

Um die Fleischwerdung Gottes auszudrücken, sagte Benedikt XVI. dann sechs Tage später in Rom, „können wir sehr wohl sagen, dass Gott sich ein menschliches Antlitz gegeben hat: das Antlitz Jesu. Wollen wir wirklich das Antlitz Gottes erkennen, haben wir nichts anderes zu tun, als das Antlitz Jesu zu betrachten. In seinem Antlitz sehen wir wirklich, wer Gott ist und wie Gott ist!“ Zwei Wochen später erhob er das Heiligtum in den Abruzzen zur Päpstlichen Basilika.

Aber auch die Auferstehung Christi bringt das zarte Antlitz in Manoppello zur Sprache wie kein Buch. Schon im zweiten Jahrhundert scheinen Texte von diesem Schleier zu reden. Von einem „glänzenden Bild auf chinesischem Gewebe mit Rötel“ ist etwa im „Perlenlied“ der Thomas-Akten aus der Stadt Edessa die Rede, „ähnlich meinem Spiegelbild. Ich sah es in mir und in ihm sah ich mich.“ Ganz ähnlich hat im 13. Jahrhundert auch Dante von diesem Bild in Rom gesprochen.

„Es ist einfach da“, schreibt Ulrich Moskopp, ein Künstler aus Köln, der das Bild im letzten Jahr als Pilger aufsuchte. Das Schöne an ihm sei „die Abwesenheit menschlicher Gestaltungsgenialität. Es ist die wahre Liebe. Das Bild ist die Wahrheit. Losgelöst von Hass und Anhaftung. Da ist der Kampf zu Ende. Da ist der Friede.“ Es ist ein Bild, das sich nicht entleert. Inzwischen schwillt der Pilgerstrom immer weiter an, aus aller Welt, mit immer schöneren Worten zum Rätsel dieses Bildwunders (Paul Badde, kath.net).

Mehr Information mit spanischem Text Ansonsten klicken Sie hier.

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