Zeichen und Zeugnis
Dienstag, März 18, 2008
 
Vorsicht mit Nicolás Gómez Dávila.
In der Politik ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten nicht die Gerade, wie es der Progressive vermutet, sondern die Kurve.

Vertrauen wir nur auf das, was der Mensch nicht ändern kann.

Um zu erwarten, dass etwas Irdisches all unsere Erwartungen erfüllt, reicht es nicht, Atheist zu sein, man muss dazu auch noch dumm sein.

Als Christus starb, hinterließ er keine Dokumente, sondern Jünger.

Damit eine Gesellschaft blühen kann, sind ein schwacher Staat und eine starke Regierung vonnöten.

Viele können nicht mit einer Wahrheit schlafen, ohne sie mit Fehlern zu schwängern.

Die moderne Welt wird nicht bestraft werden. Sie ist die Strafe.

Nicht an Auszehrung stirbt manchmal der Geist, sondern an Übersättigung mit Trivialitäten.

Wir dürfen weder vor dem Instinkt kapitulieren noch ihn durch Regeln ersetzen. Sondern müssen ihn zivilisieren.

Langsamkeit ist die Gebärmutter der Qualität.

Marxist sein scheint darin zu bestehen, die kommunistischen Gesellschaften von marxistischen Interpretationen auszunehmen.

Kunstwerk ist heute jedes Ding, das sich teuer verkauft.

Die edle Seele zieht die Gefahr des Verrats dem Bewahren des Argwohns vor.


Aphorismen aus den Werken des kolumbianischen
Philosophen Nicolás Gómez Dávila
Aus: Das Leben ist die Guillotine der Wahrheiten, Eichborn
Verlag, Frankfurt am Main 2006

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Samstag, Juli 21, 2007
 
Gedanken zum Evangelium des 16 Sonntags C
Des heiligen Bernhard Predigt zu Mt 13: „Im geistlichen Stand lebt der Mensch frömmer, fehlt weniger, steht auf geschwinder, wandelt behutsamer, wird gereinigt leichter, mit Gnaden erfüllt öfter, ruht sicherer, stirbt getrösteter, wird belohnt häufiger.“ So ist man sich einig: Der weltliche Stand ist nicht zu tadeln, der geistliche Stand mehr zu loben. Wer heute diese Auslegungen liest, wird sich ungläubig die Augen reiben. Zum Trost heißt es, jeder Christ habe in seinem Beruf die Werkzeuge, mit denen er den Himmel gewinnen könne, wenn er nur „eifrig und emsig“ sei.

Bernhard fasst die Auslegungen zusammen: Man kann nicht beides gleichzeitig in angemessener Weise tun: sich um äußere Angelegenheiten kümmern und frei sein für die innere Sehnsucht nach Weisheit... Deshalb sitzt Maria und bleibt unbeweglich. Sie möchte die schweigende Ruhe nicht unterbrechen, um die selige Freude der Betrachtung nicht zu verlieren, vor allem, da sie den Herrn selbst im Inneren sprechen hört: Macht euch frei (vacate) und erkennt, daß ich Gott bin (Ps 45, 11).“

Kardinal Bellarmin, der zunächst als Ordensmann (SJ), dann als Kardinal „weltlich“ lebte, hat zu den beiden Wegen gesagt: „Da ich noch ein Ordensmann war, wusste ich nicht, was Traurigkeit ist, jetzt, da ich Kardinal bin, weiß ich nicht, was Fröhlichkeit ist.“

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