Zeichen und Zeugnis
Sonntag, April 06, 2008
 
"Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß".

Wir alle sind, wie die zwei Jünger des Evangeliums, nach Emmaus unterwegs. Emmaus ist eigentlich überall. Die Straße dorthin ist der Weg jedes Christen, ja jedes Menschen. Auf unseren Straßen ist der auferstandene Jesus unser Reisegefährte, ohne dass wir ihn erkennen.

Wer hat nicht schon in seinem eigenen Leben einen Moment wie die zweifelnden Emmaus-Jünger erlebt? Manchmal tritt der Glaube selbst in eine Krise, wenn wir uns bei negativen Erfahrungen vom Herrn verlassen und verraten fühlen. Die Straße nach Emmaus wird also der Weg einer Reinigung und Reifung unseres Gottesglaubens: Die Begegnung mit Christus, dem Auferstandenen, gibt uns einen tieferen und echteren Glauben... robuster auch, weil er sich nicht von menschlichen Ideen nährt, sondern vom Wort Gottes und der Eucharistie.

"Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloß“, hören wir die Emmausjünger im heutigen Evangelium sagen. Auch uns muß das Herz aufgehen, gleichsam „brennen“, wenn wir Jesus begegnen, sein Wort und seinen heiligen Leib in uns aufnehmen. Entfacht vom Glauben an den auferstandenen Herrn wollen wir seine Liebe in die Welt hinaustragen (Benedikt XVI).

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Sonntag, September 02, 2007
 
Beten wir zusammen mit dem Papst Benedikt XVI


Gebet Benedikts XVI am Jahrestag seines Besuchs in Manopello:

Herr Jesus,
die ersten Apostel erkannten Dich als Sohn Gottes,
den erwarteten und verheißenen Messias zur Erlösung der Welt
als Du sie fragtest: „Wen sucht ihr?“
und sie danach Deine Einladung annahmen: „Kommt und seht!“ –
So wollen auch wir, Deine Jünger in dieser schwierigen Zeit,
Dir folgen und Dir Freunde sein – Angezogen vom Glanz Deines ersehnten und verborgenen Angesichts.

Zeige uns, so bitten wir Dich, Dein immer neues Gesicht,
geheimnisvoller Spiegel der unendlichen Barmherzigkeit Gottes.
Lass uns mit den Augen des Geistes und Herzens darin vertiefen:
im Antlitz des Sohnes, Abglanz der Herrlichkeit des Vaters, und Abbild Seines Wesens (vgl. Hebr. 1,3),
das menschliche Gesicht Gottes, der in die Geschichte eingetreten ist
im Aufleuchten der Horizonte des Ewigen.
Schweigendes Gesicht des leidenden und auferstandenen Jesus!
Geliebt und angenommen verändert es das Herz und Leben.
„Dein Gesicht, Herr, suche ich.
Verbirg nicht Dein Gesicht vor mir“ (Psalm 27,8s).

Wie oft ist dieses verzehrende Flehen des Psalmisten
im Lauf der Jahrhunderte und Jahrtausende von Gläubigen zu Dir gedrungen!
Herr, auch wir wiederholen voll Vertrauen diesen Ruf:
„Mann der Schmerzen, vor dem man sein Gesicht verhüllt“ (Jes 53,3),
Verbirg vor uns nicht Dein Angesicht!
Deine Augen ruhen auf uns mit Zartheit und Erbarmen.
Lass uns aus ihnen die Kraft der Liebe und des Friedens schöpfen,
die uns den Weg des Lebens weist und jenen Mut,
Dir ohne Furcht und kompromisslos zu folgen,
um Zeugen Deines Evangeliums zu werden
mit tätigen Zeichen der Hingabe, der Liebe und der Vergebung.

Heiliges Antlitz Christi,
Licht, das die Schatten der Zweifel und Trauer erleuchtet,
Leben, das die Macht des Bösen und des Todes für immer gebrochen hat,
geheimnisvoller Blick,
der nicht aufhört, sich auf die Menschen und Völker zu senken,
verborgenes Gesicht in den Eucharistischen Zeichen
und in den Blicken unserer Nächsten,
mach uns zu Pilgern Gottes in dieser Welt,
dürstend nach dem Unendlichen und bereit für die Begegnung am Jüngsten Tag,
wenn wir Dich, Herr, von „Angesicht zu Angesicht“ (1 Kor 13,12) sehen
und in Ewigkeit in der Herrlichkeit des Himmels schauen dürfen.

Maria, Mutter des Heiligen Angesichts,
hilf uns, „unschuldige Hände und ein reines Herz“ zu erlangen:
Hände, verklärt durch die Wahrheit der Liebe
Herzen, hingerissen von Gottes Schönheit,
damit wir uns – verwandelt durch die Begegnung mit Christus –
ohne Vorbehalt den Brüdern schenken,
besonders den Armen und Leidenden,
in deren Gesichtern das Geheimnis der verborgenen Gegenwart
Deines Sohnes Jesus widerscheint,
Der lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

1. September 2007

Benedikt XVI.

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Freitag, April 13, 2007
 
Trialog: 2 Rabbis und Benedikt XVI reden über Jesus

(Aus der Einführung Kardinal Schönborns des Buches "Jesus" von Benedikt XVI):
Einer der Anstöße, das Buch zu über Jesus zu schreiben, war die Begegnung J. Ratzingers mit dem Buch des "großen jüdischen Gelehrten Jacob Neusner" (S. 99) "Ein Rabbi spricht mit Jesus" (München 1997; Original: A Rabbi Talks with Jesus: An Intermillennial Interfaith Exchange, New York 1993).

Was Papst Benedikt über dieses Buch sagt, ist so wesentlich für das Verständnis seines eigenen Jesus-Buches, dass ich hier etwas ausführlicher zitieren muss. Jacob Neusner, sagt unser Autor, habe sich "sozusagen unter die Hörer der Bergpredigt eingereiht und im Anschluss daran ein Gespräch mit Jesus versucht … Dieser ehrfürchtig und freimütig geführte Disput des gläubigen Juden mit Jesus, dem Sohn Abrahams, hat mir mehr als andere Auslegungen, die ich kenne, die Augen geöffnet für die Größe von Jesu Wort und für die Entscheidung, vor die uns das Evangelium stellt. So möchte ich ...als Christ in das Gespräch des Rabbi mit Jesus mit eintreten, um von ihm klar das authentisch Jüdische und das Geheimnis Jesu besser zu verstehen" (S. 99).

An diesen Trialog hatte Kardinal Ratzinger bereits damals gedacht, als er Rabbi Neusners Buch als "das bei weitem wichtigste Buch für den jüdisch- christlichen Dialog, das in den letzten … Jahren veröffentlicht worden ist" bezeichnete. Sein jetzt veröffentlichtes Jesus- Buch löst dieses Versprechen ein.

"Versuchen wir, das Wesentliche dieses Gesprächs aufzunehmen, um Jesus zu erkennen und um unsere jüdischen Brüder besser zu verstehen" (S. 136). Rabbi Neusner war - in seinem inneren Dialog - Jesus den ganzen Tag über gefolgt und zieht sich nun zu Gebet und Tora-Studium mit den Juden einer kleinen Stadt zurück, um das Gehörte mit dem dortigen Rabbi - immer im Gedanken der Gleichzeitigkeit über Jahrtausende hin - zu besprechen" (S. 136). Sie vergleichen nun Jesu Lehren mit denen der jüdischen Tradition. Der Rabbi fragt Neusner, ob Jesus dasselbe lehre wie diese. Neusner: "Nicht genau, aber ungefähr." "Was hat er weggelassen?" "Nichts." "Was hat er dann hinzugefügt?" "Sich selbst." So der gedachte Dialog.

Genau das ist der Punkt, vor dem Neusner in seiner so respektvollen Begegnung mit Jesus zurückschreckt. Er fasst sein Erschrecken in das Wort, das Jesus zum reichen jungen Mann sagt: "Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz; komm und folge mir" (vgl. Mt 19,20). Alles hängt davon ab, sagt Neusner, "wer mit 'mir' gemeint ist" (Ein Rabbi spricht mit Jesus, S. 114). Und unser Autor ergänzt: "Dies ist der zentrale Grund, warum er (Rabbi Neusner) Jesus nicht folgen will, sondern beim 'ewigen Israel' bleibt" (S. 137).

Was die Hörer und Leser der "Einführung ins Christentum" seit 1968 begeistert hat, die unverwechselbare Mischung von gläubig-denkerischer Durchdringung und existenzieller Erschließung, das hat durch seinen Hirtendienst noch gewonnen. Der Blick auf die Gesellschaft, auf die denkerischen, sozialen, politischen Herausforderungen unserer Zeit ist so universal geworden, wie es die Universalität seines jetzigen Hirtendienstes erfordert. Aber über alle Brillanz der Analysen, allen Reichtum an Intuitionen und Perspektiven hinaus, von denen dieses Buch übervoll ist, wird alles von der verhaltenen Leidenschaft für den bewegt, dessen "Stellvertreter auf Erden" zu sein nun seine Aufgabe geworden ist. (mehr).

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Mittwoch, September 22, 2004
 
Der liberale Jesus
Das Presbyterium einer Gemeinde berät über die Frage, ob bei einer Überschwemmung auch sonntags Rettungsarbeiten durchgeführt werden dürfen. Einige Presbyter sind dafür, andere dagegen. Der Pfarrer weist darauf hin, dass auch Christus am Sabbat geheilt habe. Antwortet ein alter Presbyter: "Herr Pfarrer, das wollte ich schon immer einmal fragen: War der Herr Jesus nicht in manchen Punkten etwas zu liberal?"

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