Zeichen und Zeugnis
Freitag, November 27, 2009
Zur rechten Wahl der Waffen im Abtreibungskrieg

Um die inakzeptable Fristenregelung zu Fall bringen zu können, ist die rechte Wahl der „Waffen“ von fundamentaler Wichtigkeit - Ein Gastkommentar von Mag. theol. Michael Gurtner Salzburg (kath.net)
Es ist in seinem Wahrsein zutiefst beschämend, was neulich als Schlußsatz eines abtreibungsbefürwortenden Artikels von Robert Buchacher im österreichischen Magazin Profil stand: „Und das Schweigen dauert an: Nur nicht aufrütteln, lautet die Devise. Nach einer kurzen Aufwallung anlässlich der 30-Jahr-Feier der Abtreibungsklinik am Fleischmarkt Anfang September zeigen weder Parteien noch Kirchenvertreter ein gesteigertes ¬Interesse, darüber zu reden. Das Thema ¬Abtreibung soll dort bleiben, wo es offenbar hingehört: unter dem Mantel des Schweigens.“
Dies ist augenscheinlich die öffentliche Wahrnehmung, welche über der Kirche in Abtreibungsfragen herrscht, und, wenn man von einigen wenigen glorreichen Ausnahmen absieht, wird man im Wesentlichen diesen Eindruck nicht zu widerlegen imstande sein, jedenfalls was die Kirche in Österreich betrifft. Schamesröte müßte vielen ins Gesicht steigen, denn die Unterlassungssünde ist öffentlich geworden. Viele derjenigen, welche schon allein ihres Amtes wegen Anwälte des Lebens sein müßten, schweigen himmelschreiend, während sie über Kirchenevents und Strukturreformen tratschen. Die Kirche scheint ihre Waffen im Kampf gegen die Abtreibung gestreckt zu haben, wenn man von einigen wenigen übriggebliebenen Einzelkämpfern absieht.
Vor diesem traurigen Hintergrund ist das Engagement von Laienorganisationen wie „Jugend für das Leben“ oder „Human Life International/Österreich“ um so lobenswerter und ruhmreicher, und im Gegenzug dazu für jene, welche eigentlich mehr Möglichkeiten hätten, von den Domkanzeln her die Gläubigen wachzurütteln und die Stimme vor den Kameras zu Gunsten der Ungeborenen mit deutlichen Worten zu erheben, um so beschämender. Daß es geht, und man es auch unbeschadet überleben kann, wenn sich einige Zeitungsmänner mal zwei Tage lang über einen etwas echauffieren, um ihre Pflichtzeilen zu erfüllen, zeigen uns große Vorbilder wie Eminenz Meisner aus Köln, Exzellenz Mixa aus Augsburg oder Exzellenz Laun in Salzburg.
Von dieser klaffenden Wunde der Menschheit, welche die Abtreibung nun einmal ist, dürfen wir nicht locker lassen, weil es bei jeder Abtreibung um das Leben unserer Mitmenschen geht, welche den Mutterleib noch nicht, so wie wir, überlebt haben. Wenn wir hier etwas müde geworden und in Gefahr geraten sind, uns an die gegenwärtige Situation zu gewöhnen und uns mit ihr abzufinden, dann ist es jetzt an der Zeit, nach dieser Phase der Erholung den Kampf wieder aufzunehmen.
Um die inakzeptable Fristenregelung zu Fall bringen zu können, ist die rechte Wahl der „Waffen“ von fundamentaler Wichtigkeit. Alles was wir tun, muß dabei von Gebet begleitet sein. Der Rosenkranz, oder vielleicht noch besser die eucharistische Anbetung können sich als mächtiger erweisen, als manche vermuten: viele Schlachten sind durch die vom Himmel erflehte Hilfe gewonnen worden! Und wir sollten auch nicht vergessen, Sühne zu leisten: unser Gebet soll nicht nur den Opfern gelten, sondern vielleicht noch wichtiger ist das Gebet für die Täter, denn sie riskieren wirklich die Höllenstrafe, wenn sie nicht umkehren und für ihre blutigen Untaten Buße tun.
Die zweite große Waffe sind neben unseren Gebeten unsere Argumente. Denn die einzige Möglichkeit, nicht nur eine Schlacht, sondern den gesamten Kampf zu gewinnen besteht darin, die Menschen zur Überzeugung zu führen, daß Abtreibung immer objektives Unrecht ist, weil es im vorsätzlichen Töten eines anderen Menschen besteht. Deshalb sind wir im letzten allein auf unsere (betenden) Hände, unser (denkendes) Gehirn und unseren (sprechenden) Mund angewiesen.
Eine große Aufmerksamkeit müssen wir deshalb darauf legen, was und wie wir sprechen. In unserem Reden müssen wir eindeutig, klar und unmißverständlich sein. Wir müssen die einzelnen Dinge als das bezeichnen, was sie objektiv sind, aber zugleich gut achtgeben, daß die Begriffe, welche wir verwenden, nicht abgegriffen, inflationär und dadurch in ihrer Bedeutung geschwächt werden, oder mit der Zeit nur noch als eine Art Chiffre aufgefaßt werden.
So ist, beispielsweise, die Bezeichnung „Mord“ in Zusammenhang mit der Abtreibung unerläßlich, einfach weil es eine Tatsache ist, daß die vorsätzliche Tötung eines Menschen im Allgemeinen als „Mord“ bezeichnet wird. Und da es sich mit der Befruchtung der Eizelle um einen Menschen handelt, ist dessen Tötung Mord.
Würden wir von diesem Begriff abgehen, so würden wir implizieren, daß es sich bei der Leibesfrucht noch um keinen Menschen handeln würde. Abtreibung ist aber nicht „wie“ Mord, sondern es IST Mord. Wenn wir dies erklären, so darf es jedoch nicht so klingen, als wäre es bloß unser subjektives Meinen, sondern es muß dabei dem Gegenüber klar werden, daß es sich um eine objektive Verwendung dieses Begriffes handelt.
Dennoch müssen wir, zum Beispiel diesen Begriff „Mord“, bei all seiner Richtigkeit, stets gezielt und sehr bewußt einsetzen, verbunden mit den nötigen Erklärungen, welche für ein rechtes Verstehen von Nöten sind.
Die Menschen, mit denen wir reden und diskutieren, müssen merken, daß wir genau das meinen was wir sagen, und daß wir dafür auch unsere guten Gründe haben. Wenn wir den Eindruck erwecken, manche Begriffe quasi leichtfertig daherzusagen, dann riskieren wir, daß sie ihre Kraft verlieren und auf eine Ebene abrutschen, auf welcher sie nur mehr als eine Art Chiffre verstanden werden.
Sehr ähnlich müssen wir auch bei Vergleichen vorgehen: wenn wir, zum Beispiel, die beiden Begriffe „Abtreibung“ und „Holocaust“ in Bezug zueinander setzen und einen Vergleich anstellen, so genügt es nicht, einfach zu sagen „Abtreibung ist wie ein neuer Holocaust“. Wir müssen uns bei einem Vergleich viel eher auf einzelne, genaue Punkte beziehen, in welchen ein gleiches Denken, eine gleiche Grundhaltung oder eine gleiche menschenverachtende Einstellung zu konstatieren sind.
Abtreibung und Holocaust sind zwei voneinander verschiedene Dinge, welche sich jedoch in einzelnen Punkten erschreckend nahe kommen und in gewissen Bereichen gespenstische Gemeinsamkeiten aufweisen, welche es mit einer großen Genauigkeit freizulegen gilt. Je differenzierter und präziser wir Parallelen und Gleichheiten benennen und aufzeigen, desto mehr Schlagkraft wird auch unser Vergleich haben und desto überzeugender und unangreifbarer wird unser Argument werden.
Die Präzision, welche wir bei Erklärungen, Begriffen und Vergleichen an den Tag legen, macht das Argumentieren zunächst sicher noch ein Stück weit mühsamer. Aber genau das wird sich lohnen. Denn durch eine präzise Sprache kommt es automatisch zu einer erhöhten Objektivität, welche die Argumente nur stärken kann. Somit kann es nicht dazu kommen, daß das Anliegen, welches wir Abtreibungsgegner verfolgen, von den Befürwortern der Abtreibung auf eine rein emotionale Ebene gezogen wird. Die sogenannten Lebensschützer sind nämlich nicht in eine Reihe einzuordnen mit den (ohne Zweifel auch berechtigten und bewunderungswürdigen) Umweltschützern, Tierschützern, Robbenschützern, Naturschützern und Walschützern, sondern es handelt sich im Kampf gegen die Abtreibung insofern um eine völlig andere Ebene, als daß die Umwelt und die Tiere auf einer anderen Ebene stehen als der Mensch, welcher als mit einer ewigen Seele ausgestattetes und gottähnlich geschaffenes Wesen auf einer höheren Seinsstufe steht.
Der Unterschied von sogenannten Lebensschützern und Tierschützern steht dabei im selben Verhältnis zueinander, als Mord und (etwa) Robbenjagd zueinander stehen. Zwar ist zweifelsohne einzuräumen, daß es auch für den Tierschutz objektive und rationale Argumente gibt, jedoch ist der Tierschutz bis zu einem gewissen Grad immer auch subjektiv motiviert: es ist völlig legitim, persönlich etwa gegen Schlachtung von Kühen und gegen das Töten von Fischen zu sein – aber es wird sich kein einziges objektives Argument finden lassen, und schon gar kein theologisches, welches ein unbedingtes und absolutes Tötungsverbot von Kühen und Fischen rechtfertigt, das für alle Geltung hätte. Wenn ich gegen das Schlachten von Kühen bin, dann deshalb, weil es sich um meine urpersönlichen Gründe des Mitleids, einer besonderen Sympathie oder einer persönlichen, subjektiven Einstellung von mir handelt.
Der Lebensschutz aber bewegt sich auf einer völlig anderen Ebene! Hier geht es absolut nicht darum, daß wir gegen Abtreibung sind, weil wir Kinder so süß fänden, weil wir persönlich Mitleid hätten oder weil wir auf Grund einer subjektiven Befindlichkeit gegen Abtreibung sind, sondern wir sind gegen Abtreibung, wie wir auf Grund des göttlichen Naturgesetzes gegen jede Art von Menschentötung sind und sein müssen, weil das Leben des Menschen ein unantastbares Gut, ein unveräußerbarer Wert und das erste und grundlegendste Recht überhaupt ist. Und wenn wir das Leben der Ungeborenen gesellschaftlich akzeptiert und rechtlich geschützt antasten, dann werden wir über kurz oder lang auch das Leben der Geborenen ebenso gesellschaftlich akzeptiert und rechtlich geschützt antasten.
Diese Unterschiedenheit zum Tierschutz, welche in der absoluten Unantastbarkeit des menschlichen Lebens besteht, muß sich aber auch in all unserem Reden, Argumentieren, Informieren und Sprechen ausdrücken: tierisches Leben zu schützen ist lobenswert und gut, aber nicht für jeden einzelnen absolut verpflichtend. Menschliches Leben zu schützen, wo es gefährdet ist, ist hingegen nicht kontingent, sondern eine absolute und objektive Verpflichtung für jeden, wie es auch für einen jeden verpflichtend ist, gegen Mord, Genozid und Lynchjustiz zu sein. Auf Grund dieser fundamentalen Unterschiede zum Tierschutz wäre es auch begrüßenswert, wenn die Bezeichnung „Lebensschützer“, welche sich mit einer gewissen Berechtigung eingebürgert hat, durch den viel präziseren Begriff „Kinderschützer“ ersetzt würde: denn „Leben“ ist vieles: auch Wale, Katzen, Robben und Hunde „leben“, ebenso wie Pflanzen und andere Lebewesen.
Diejenigen, welche wir als „Lebensschützer“ zu bezeichnen gewöhnt sind, sind aber nicht in eine Reihe mit Wal-, Robben- und Affenschützer zu stellen, sondern deren Einsatz bezieht sich auf Kinderleben, auf wirkliche und vollständige Menschen: nichteinmal bloß auf „menschliches Leben“, wie es auch unsere Körperzellen sind, sondern auf Menschen, auf menschliche Kinder.
Doch kehren wir zum Beginn unserer Überlegungen zurück: um wieviel leichter hätten es die Kinderschützer, würde ihnen auch von Seiten der Geistlichkeit mehr Unterstützung zukommen. Wir dürfen nicht zulassen, daß sich das derzeit vorherrschende menschenfeindliche Denken weiter festigt – versuchen wir nicht zumindest dem entgegen zu wirken, so versündigen wir uns schwer.
Wir haben auch gesehen, die Waffen, die uns zur Verfügung stehen sind sehr begrenzt und harmlos, tun keinem wirklich weh, könnten aber viele Kinder retten. Dazu müssen diese „Waffen“ aber erst auch gewählt und eingesetzt werden! Anstatt dessen scheint es aber, daß sich der Großteil des Klerus mit einer menschenverachtenden und mörderischen Situatiuon abgefunden hätte: man selbst wähnt sich ja nicht unmittelbar gefährdet. Die Kirche muß wieder mehr helfen, Kinderleben zu schützen, sie muß helfen, Kinder vor ihren Müttern zu bewahren. Man hat manchmal den Eindruck, die Kirche kümmere sich um viel zu vieles, nur nicht um das Leben der ungeborenen Kinder.
Ein erster Ansatz könnte es etwa auch sein, österreichweit einige überflüssige diözesane kirchenfeindliche Gremien und Einrichtungen zu schließen sowie an teuren „Kirchenevents“ zu sparen, und anstattdessen mit diesen Geldern zwei Häuser zu errichten und zu erhalten, vielleicht an den Metropolitansitzen Wien und Salzburg, in welchen Mütter, anstatt ihre Kinder abzutreiben, diese kostenlos abgeben können, und wo diese von guten Schwestern in einem gläubigen Umfeld großgezogen und gebildet werden und leben können, bis sie von liebenden Eltern adoptiert werden.
Aber vielleicht ändert sich ja auch weiterhin nichts und Robert Buchacher behält auch in Zukunft recht wenn er mit Blick auf die Kirche sagt: „Das Thema ¬Abtreibung soll dort bleiben, wo es offenbar hingehört: unter dem Mantel des Schweigens“.
Labels: Abtreibungen, Kinder, Mitmenschen, Morde, Totschlag, Ungeborene, Waffen
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Sonntag, Oktober 19, 2008
In Mosul töten sie die Christen und keiner tut etwas!
Islamistische Terroristen machen die Strassen der Metropole Mosul im Irak unsicher und kontrollieren die Identitätskarten von Passanten. Einige Christen wurden auf der Stelle durch einen Kopfschuss umgebrachtChristen zahlen gegenwärtig in der irakischen Stadt Mosul einen hohen Preis für Ihren Glauben. Islamistische Terroristen machen die Strassen der Metropole unsicher und kontrollieren die Identitätskarten von Passanten. Steht dort unter Religionszugehörigkeit "Christ", dann wird der Kartenbesitzer auf der Stelle durch einen Kopfschuss umgebracht. Dies berichtet "Open Doors" am Freitag. Vor fünf Jahren wohnten etwa 300'000 Christen in Mosul, vor einem Monat waren es nur noch 30'000.
Allein in den letzten Wochen haben weitere 1'600 christliche Familien (rund 10'000 Personen) die Stadt verlassen. Es ist zu befürchten, dass auch der Rest der christlichen Minderheit fliehen wird, wenn diese brutale Gewalt gegen Christen nicht aufhört.
Mindestens elf der ermordeten Christen (alle männlich) sind Open Doors namentlich bekannt: Bashar Nafia, ermordet am 28. Sept.; Evan Enwiya Adam (15) am 4. Okt.. Er spielte mit seinen muslimischen Freunden. Die Mörder isolierten ihn von seinen Freunden und töteten ihn vor seinem Haus. Hazim Thoma Yousif, ermordet am 4. Okt. in seinem Textilladen; Ziyad Kamal, behindert und im Rollstuhl, ermordet am 7. Okt. in seinem Ersatzteilladen; Amjad Hadi Petros und sein Sohn Husam, am 7. Okt. ermordet. Husam war Bauarbeiter und wurde auf der Arbeit umgebracht. Khalid Jarjis, Apotheker, ebenfalls am 7. Okt. ermordet auf dem Weg zur Arbeit; Rayan Nafia, Fahrrad-Mechaniker, am 8. Okt.; Jalal Mousa, am 9. Okt. in der Nähe seines Hauses; und Wartkes Alton und sein Neffe Ara in ihrem Aufnahmestudio am 12. Okt.. Ara starb im Spital an seinen Verletzungen.
Einer der Kontakte in der Region Mosul schreibt: "Liebe Geschwister in Christus, diese E-Mail ist ein Gebetsaufruf für die Menschen im Irak, für die Stadt Mosul und für die dort noch lebenden Christen. In den vergangenen fünf Tagen wurden zwischen 25 und 40 Christen auf offener Strasse ermordet. Vorher wurden Menschen entführt, bedroht und mussten sich durch Lösegeldzahlung freikaufen, aber jetzt werden sie ohne Vorwarnung umgebracht. Die Regierung und die amerikanischen Streitkräfte haben nichts dagegen unternommen. Die Medien berichteten erst darüber, als christliche Flüchtlinge in umliegende Dörfer und Städte strömten. Aber auch dort kämpfen sie ums Überleben. Familien übernachten im Auto, bereit, jederzeit loszufahren. Überall herrscht Angst. Wir bitten dringend um eure Gebete". (kath.net)
Labels: Christenverfolgungen, Iran, Morde, Terror
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