Zeichen und Zeugnis
Samstag, Juli 21, 2007
 
Gedanken zum Evangelium des 16 Sonntags C
Des heiligen Bernhard Predigt zu Mt 13: „Im geistlichen Stand lebt der Mensch frömmer, fehlt weniger, steht auf geschwinder, wandelt behutsamer, wird gereinigt leichter, mit Gnaden erfüllt öfter, ruht sicherer, stirbt getrösteter, wird belohnt häufiger.“ So ist man sich einig: Der weltliche Stand ist nicht zu tadeln, der geistliche Stand mehr zu loben. Wer heute diese Auslegungen liest, wird sich ungläubig die Augen reiben. Zum Trost heißt es, jeder Christ habe in seinem Beruf die Werkzeuge, mit denen er den Himmel gewinnen könne, wenn er nur „eifrig und emsig“ sei.

Bernhard fasst die Auslegungen zusammen: Man kann nicht beides gleichzeitig in angemessener Weise tun: sich um äußere Angelegenheiten kümmern und frei sein für die innere Sehnsucht nach Weisheit... Deshalb sitzt Maria und bleibt unbeweglich. Sie möchte die schweigende Ruhe nicht unterbrechen, um die selige Freude der Betrachtung nicht zu verlieren, vor allem, da sie den Herrn selbst im Inneren sprechen hört: Macht euch frei (vacate) und erkennt, daß ich Gott bin (Ps 45, 11).“

Kardinal Bellarmin, der zunächst als Ordensmann (SJ), dann als Kardinal „weltlich“ lebte, hat zu den beiden Wegen gesagt: „Da ich noch ein Ordensmann war, wusste ich nicht, was Traurigkeit ist, jetzt, da ich Kardinal bin, weiß ich nicht, was Fröhlichkeit ist.“

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Donnerstag, September 16, 2004
 
Zölibat ist ein Geschenk, das die Kirche aufbaut
Der zölibatär lebende Mensch solle sein Zölibat als „eine Wahl der Liebe“ leben und „in einer zutiefst geistlichen Haltung“, erklärte Professor Amedeo Cencini.

Ein Priester, der nicht zutiefst spirituell ist, ist „kein guter Zölibaterer“, erklärte ein Vatikanvertreter. „Das priesterliche Zölibat ist nicht eine exklusives Merkmal von Priestern des katholischen Ritus, und noch weniger eine Bürde der Kirche, sondern ein Geschenk zum Aufbau der Gemeinschaft“, sagte Amedeo Cencini, Professor an der Salesiana und der Gregoriana in Rom sowie Berater der Kongregation für die Institute des Geweihten Lebens und die Gesellschaften Apostolischen Lebens.

Er erklärte, dass die Kirche „niemandem den Zölibat aufzwingt, sondern einfach Priester auswählt unter jenen, die dieses Charisma empfangen haben“. Cencini sprach bei einem Treffen von Leitern und Ausbildnern in spanischen Priesterseminaren. „Am wichtigsten ist, dass der zölibatär lebende Mensch sich diese Motivationen zu eigen macht und sein Zölibat als eine Wahl der Liebe lebt, mit einem dankbaren, von Egoismus freien Herzen und mit in einer zutiefst geistlichen Haltung“, sagte er. „Wenn der Priester nicht zutiefst spirituell ist, ist er kein guter Zölibaterer.“

„Die jüngsten Skandale in einigen Diözesen dürfen uns nicht irreführen, weil es keinen wissenschaftlichen Beweis gibt, dass im Bereich des kirchlichen Zölibats diese Art von Problem häufiger vorkommt als in anderen Bereichen“, unterstrich er. Seiner Ansicht nach müsse sich jeder Priester „fortwährend selbst fragen, ob sein Zölibat Zeugnis von der Sehnsucht nach Gott gibt; ob es vermittelt, dass Gott zu lieben nicht Gesetz, Anstrengung, Verzicht oder Gewalt gegen die Natur ist, sondern dass es gut ist, weil es das Herz weit macht und für die anderen öffnet.“

Cencini nahm auch Stellung zu den Skandalen um Kindesmissbrauch in einigen Diözesen. Pädophilie sei, wie man wisse, ein Krankheitsphänomen, „das immer wieder auftritt. Aus diesem Grund darf niemand mit solchen Neigungen zum Priesteramt zugelassen werden“.

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