Zeichen und Zeugnis
Dienstag, Januar 22, 2008
„Jerusalem-Syndrom“ : Diese Stadt ist ein Vorhof zur Ewigkeit. Alles klar?
Die Praxis unseres Hausarztes in Jerusalem lag in Har Nof hinter den Mauern des alten Dorfes Deir Jassin, in dem 1948 die Stern-Gruppe mit einem Massaker alle palästinensischen Bewohner vertrieb, um den Weg vom Meer nach Jerusalem frei zu sprengen. Jetzt ist in dem schönen Ensemble der alten Häuser die Nervenklinik der Hauptstadt untergebracht, in die auch Patienten mit dem so genannten „Jerusalem-Syndrom“ eingeliefert werden, wenn sie sich für den Messias halten oder ihnen nur einfach die Gleichzeitigkeiten dieser Stadt zu Kopf steigen.
Auch Menachim Begin übrigens, der für die Operation verantwortlich war, die diese Häuser entvölkert hatte, verbrachte hier, umnachtet, seinen Lebensabend. Am besten lässt sich das „Jerusalem-Syndrom“ aber wohl in der Altstadt verständlich machen, etwa auf dem Dach des Österreichischen Hospizes.
Ein Ausblick zum Verrücktwerden
Der Ausblick ist zum Verrücktwerden: Dort links hat König Salomon den ersten Tempel der Juden gebaut, im Jahr 996 vor Christus, da rechts wurde Christus hingerichtet. Da vorne ist Titus in die Stadt eingedrungen, bevor er sie in Flammen aufgehen ließ, da hinten die Kreuzfahrer, nachdem sie die Mauern barfuß umkreist hatten.
Da drüben haben die Muslime im 7. und 8. Jahrhundert ihre schönsten Dome errichtet. Der Fleck war schon das Ziel der Babylonier, Assyrer, und Römer. Juden hatten ihn 2000 Jahre lang in ihre Gebete und Sehnsucht eingeschlossen, bis sie die Stadt 1967 wieder ganz für sich eroberten.
Auf merkwürdige Weise gibt es hier keine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sondern immer nur alles zusammen, in kosmischer Gleichzeitigkeit. In Jerusalem ist immer Endzeit. Die Stadt ist ein Vorhof zur Ewigkeit. Alles klar? -
Es hat mit Liebe zu tun
Sie sehen, auch ich leide an dem Syndrom. Deshalb kann ich - wie jeder Verrückte – kaum jemanden verstehen, der Jerusalem kennt und nicht von dieser Krankheit befallen ist. Doch es hat natürlich mit Liebe zu tun.
Vor Weihnachten fallen deshalb auch wieder viele Verrückte neu in die Stadt ein, darauf ist Verlass. Denn ein Bethlehem-Syndrom gibt es nicht. Sich mit dem Gedanken zu identifizieren, dass Gott Säugling geworden ist, übersteigt offensichtlich das Vermögen selbst der begabtesten Wahnsinnigen (Ein Beitrag von Paul Badde / DIE WELT. Rom / kath.net / welt)
Labels: Betlehem, Christen, Ewigkeit, Islam, Jerusalem, Juden, Salomon, Syndrom, Tempel, Weihnacht
Über einen mittelalterlichen Kommentar zum Römerbr...
Eine Psychotherapeutin über den vorhehelichen Gesc...
Ostfriesland: Evangelischer Pastor wird katholisch...
auf dass Gott das erste Wort habe, ,,, auf dass Go...
Nehmen wir an, niemand würde mehr an die Existenz ...
Ägypten: Koptischer Pfarrer und Trauzeuge zu 5 Jah...
Jeder Christ muss es lernen, sein Ich zurückzusetz...
In Mosul töten sie die Christen und keiner tut etw...
Zelebrationsrichtung: Die Blickrichtung der Teilne...
Bedarf der aggressiven Atheisten: 3 Standardargume...

