|
Drittes Buch 101-200
Mensch ist dein Antlitz schön / und deine Seele bleich /
Du armer sterblicher / ach bleib doch nicht so kleben /
Wer seelig werden wil / der muß mit weisser Seiden /
Hier ligt die grosse Braut / der Menschheit Christi Lohn /
Jm munde Hönigseim / im Hertzen trage Gold /
Ach Sünder traue nicht / weil du die Magdalen
Ein Engel seyn ist viel; Noch mehr ein Mensch auf Erden /
Mensch / ein Volkomner Christ hat niemals rechte freud
Halt deinen Leib in Ehrn / er ist ein edler Schrein /
Kein Sünder ist so wol und seelig je gestorben /
GOtt / Teuffel / Welt / und alls wil in mein Hertz hinein:
Ein Hertze welches sich vergnügt mit ort und Zeit /
Jch bin der Tempel GOtts / und meines Hertzens schrein
Dann wird das Thier ein Mensch / der Mensch ein Englisch wesen /
Mensch sol GOtt und sein Lamm dein Ewger Tempel seyn /
Mein Hertz ist ein Altar / mein will' ists Opffer-Gutt /
Den Goldstein suchet man / und läst den Ekkestein /
Mensch geh nur in dich selbst. Denn nach dem Stein der weisen /
Der Goldstein machet Gold das mit der Welt vergeht:
Den halt ich im Tingirn für Meister und bewehrt /
Den Engeln geht es wol; noch besser uns auff Erden:
Kein grösser Wunderwerk hat man noch nie gefunden:
Man sagt / GOtt mangelt nichts / Er darff nicht unsrer gaben:
Wann du auß dir Verjagst die Sünd und jhr getümmel /
Die Hoffart wird gehast / die Demut wird geliebt:
Der allernächste Weg zur wahren Heiligkeit /
Ein Mensch der sich in sich in GOtt versamblen kan /
Ein Mensch der seine Kräfft' und Sinne kan regiern;
Wann du wilt grades Wegs ins Ewge Leben gehn /
Der Trank den GOtt der HErr am allerliebsten trinkt /
Jch bin ein Königreich / mein Hertz das ist der Thron /
Mein Hertze weil es stäts in GOtt gezogen steht /
Teresa wil sonst nichts als Leyden oder sterben:
Der allerliebste Mensch den GOtt hat in der Zeit /
Gar unaußmäßlich ist der Höchste wie wir wissen:
Dein Geist sey aufgespannt / dein Hertze leer und rein /
Die Lieb ist nie allein / wer sich mit ihr beweibt /
Ach ach die Lieb ist todt! wie ist sie dann gestorben?
Der Reiche suchet Gold / der arme suchet GOtt:
Gib deinen willen GOtt: dann wer jhn aufgegeben /
GOtt der bequämt sich unß / Er ist unß was wir wollen:
Versänfftige dein Hertz. GOtt ist in starken Winden /
Ach Jungfrau schmücke dich / laß deine Lampe brennen:
Die Morgenröth' ist schön / Noch schöner eine Seele /
Der süsseste Geruch der GOtt so sehr beliebt /
Die Seel ist groß von Macht / GOtt selbst muß ihr gestehn /
Verschleuß GOtt in dein Hertz / laß keinen andern drein /
GOtt ist mein mittelpunct wenn ich Jhn in mich schlisse:
Der Himmel thut sich auf / der Bräutgam komt gegangen!
Süß ist deß HErren joch / und sanffte seine Last.
Der Heilige kan nie im Geist betrübet seyn:
Wer reines Hertzens ist / und Züchtig in Geberden /
Die Knechte fürchten GOtt: die Freunde lieben jhn:
Wie daß Ignatius von Thieren wird zerrissen?
Ein Hertze voller GOtt mit einem Leib voll Leyden /
Mit GOtt vereinigt seyn / und seinen Kuß genissen /
S. Agnes lieget hier / die Jungfrau und die Braut /
GOtt liebt die Jungfrauschafft umb jhrer süssen Früchte.
Die lieblichste Music / die GOtt den Grim benimbt /
Die Hoffnung höret auf. der Glaube kombt zum schauen /
GOtt der sonst alles siht / und alles bringt ans Licht /
Wer ohne Liebe laufft / komt nicht ins Himmelreich:
Auß Gott wird man gebohrn / in Christo stirbet man:
Der Glaub allein ist Todt / Er kan nicht eher Leben /
Drey wünsch' ich mir zu seyn: erleucht wie Cherubim /
Vor Zeiten war das Creutz die gröste Schmach und Hohn:
Der Geitzhalß scharrt und kratzt umb zeitlichen Gewin:
Die GOttheit ist ein Brunn / auß jhr kombt alles her:
Die Buß ist wie ein Strom / sie dämpfft mit ihren Wellen
Du suchst mit solchem fleiß das ewige bewegen /
Der weise sucht nur eins / und zwar das höchste Gut:
Je edeler ein ding / je mehr ist es gemein.
Mensch wann du wilt im Volk die Freunde GOtts erfragen /
Nicht du / noch Freund / noch Feind / nur GOttes Ehr allein /
Was that GOtt vor der Zeit in seinem Ewgen thron?
Mensch anderst kans nicht seyn: du must's Geschöpffe lassen /
Es ist den Märtyrern gar herrlich wol gelungen /
Den armen bin ich huld: doch lieb ich mehr die reichen /
Die Liebe diser Welt die endt sich mit betrüben:
Du fragst / wie lange GOtt gewest sey? umb bericht:
GOtt ist noch nie gewest / und wird auch niemals seyn /
Streit hurtig dapffrer Mann / biß du erlangst die Kron.
Das gröste das ein Mensch bedarff zur seeligkeit /
Erwart' es meine Seel: das Kleyd der Herrlichkeit
Die Furcht deß HErren ist der Weißheit anbeginn /
Das gutte Lieb' ich hoch / dem bösen bin ich feind:
Mein thun geht nur dahin / daß ich noch mög auf Erden
Fürwahr das Ewge Wort wird heute noch gebohrn /
Ach wer Johannes ist / der ligt nach aller Lust
Der Geist deß HErrn erfüllt den gantzen Erdenkreiß:
Wer GOtt recht lieben wil / der thu's ohn maß und Ziehl /
Drey Worte schrökken mich: das Jmmer / Allezeit /
Jch mag mich auf der Welt in keiner Kunst so üben /
Begehrestu ein Weib / die prächtig reich und fein:
1) Von einer Jungfrau
ist die gantze Welt gemacht:
Die Weißheit schauet GOtt / die Liebe küsset Jhn:
Wer die Geheimnüsse deß HErren gerne hat /
Man wirfft das Weitzenkorn auf Hoffnung in die Erden:
Die Allmacht hält die Welt: die Weißheit die regiert;
Ein Weiser / wann er redt was nutzet und behagt /
|
|
[ Portal ] [ Adopte a un Seminarista ] [ Aborto ] [ Biblia ] [ Biblioteca ] [ Blog siempre actual ] [ Castidad ] [ Catequesis ] [ Consulta] [ Domingos ] [ Espiritualidad ] [ Familia ] [ Gracias ] [ Gráficos-Fotos ] [ Homosexuales ] [ Intercesión ] [ Islam ] [ Liturgia ] [ Lecturas DomingosFiestas ] [ Lecturas Semana TiempoOrdin ] [ Lecturas Semana AdvCuarPasc ] [ Mapa ] [ Matrimonio ] [ La Misa en 62 historietas ] [ Misión-Evangelización ] [ MSC: Misioneros del Sagrado Corazón ] [ Neocatecumenado ] [ Novedades ] [ Persecuciones ] [ Pornografía ] [Reparos] [ Sectas ] [ Teología ] [ Testimonios ] [ TVMediosCom ] [ Útiles ] [ Vida Religiosa ] [ Vocación a la Santidad ] [ ˇHelp Hilfe Ayude! ] [ Faith-English ] [ Glaube-Deutsch ] [ Búsqueda ] [ Escriba a su Web-Hermano ] |