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Was ist die Alternative zum Heiligenschein?
Ein Kommentar von Don Reto Nay aus den "Amici News September 2003"
"Heilig" besitzt die gleiche Wortwurzel wie "hell". Das ist kein Zufall.
Der Heilige leuchtet. Die Kunst drückt das durch den Heiligenschein aus.
Warum strahlt der Heilige wie ein Christbaum? Weil er im Morgenrot Gottes
wandelt. Die Kirchenväter sprechen vom Mysterium lunae, dem Geheimnis des
Mondes. Der Mond leuchtet, weil er sich in die Sonne stellt. Der Heilige
strahlt wie der Vollmond, weil er im Schein der Sonne der Gerechtigkeit
lebt.
Das Leuchten des Heiligen sieht man in seinen Augen. Schau in den Spiegel!
Verschwende Deine Zeit nicht mit einem Betongesicht, das sich so lange
sibyllenhaft hinter einer Kerkermauer versteckt, bis die Gelegenheit
kommt, dem Sieger zu Hilfe zu eilen. Gibt Dich nicht ab mit einem
Ballongesicht, das über allen zu schweben glaubt, bis es ein Kind mit
einer einfachen Nadel auf den Boden der Wirklichkeit holt. Erspar Dir die
Visage der Filmindustrie, die Ihre Schwäche hinter dem zahnkorrigierten
Lächeln eines Vorabendhelden zu verstecken sucht. Schnall Dir stattdessen
den Heiligenschein an, indem Du dem Lieben Gott täglich mehrmals tief in
die Augen schaust. Die Heiligen sind der Club der strahlenden Gesichter,
weil sie von Gott angestrahlt werden wie Moses im Bundeszelt. Die Kirche
braucht sie dringend, die Heiligenscheine, sonst wird ihr ob der zahllosen
Beton-, Ballon- und Vorabendvisagen in Kürze das Licht ausgehen.
Was ist die Alternative zum Heiligenschein? Die Alternative zum Heiligsein
ist die geistliche Umnachtung, wo Heulen herrscht und Zähneknirschen
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Amici di Dio ]
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