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Peter Hahne, Schluss mit lustig 02: Das Ende der Spaßgesellschaft

 

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Peter Hahne: Schluss mit lustig: Das Ende der Spassgesellschaft

 


Feige Kompromissgesellschaft
Zwischen Kreuz und Kopftuch
Von Toleranz und Tolleranz

Die letzten Fußkranken der Völkerwanderung

 

 

Feige Kompromissgesellschaft

Kaum jemand würde freiwillig behaupten, er habe keinen Standpunkt. Das wäre ja dumm. Nein, wir umschreiben unseren jämmerlichen Zustand mit dem schillernden Begriff Toleranz. Dabei ist diese Art von Toleranz oft nichts anderes als ein manipulatives Tarnwort für eigene Standpunktlosigkeit. In Wahrheit führt das, konsequent weitergedacht, zur Intoleranz. Denn wenn ich selber ohne eigene Überzeugung bin, billige ich auch anderen diese nicht zu. Kein Wunder, dass intellektuelle Moslems einen Dialog mit Christen als Zeitverschwendung empfinden, solange sie sehen, wie wenig ernst wir unseren eigenen Glauben nehmen. Unsere feige Kompromissgesellschaft fürchtet die Auseinander­setzung.

Die große Koalition der Ahnungslosen, der Ängstlichen und der Verharmloser hat den geistigen Streit um den Islam so lange verhindert, bis er uns nun mit einer Wucht einholt, die gerade diese Leu­te vermeiden wollten, an der sie nun aber schuld sind. Bis in den Bereich der Kirchen hinein, wo der Islam pauschal als »Religion der Liebe und des Frie­dens« etikettiert wurde. Die christlichen Freund­schaftsadressen an das Judentum und an Israel wirken wie verlogene Sonntagsreden, wenn man nicht zur Kenntnis nimmt, was zum Beispiel in der Bonner »König-Fahd-Akademie« im Lesebuch für Sechstklässier neben einer Landkarte des Vorderen Orients geschrieben steht: »Das ist deine islamische Gemeinschaft ..., die eine glorreiche Geschichte hat, angefüllt mit Dschihad ... Aber die hasserfüll­ten Kreuzzüge, die sich auf die Hinterhältigkeit der Juden und auf deren Verrat gestützt haben, haben auf die Zerreißung der islamischen Gemeinschaft hingearbeitet.« Man beachte, dass die Kreuzzüge als Werk der Juden dargestellt werden!

Im Verfassungsschutzbericht 2003 der Bundes­regierung ist von 31000 Personen die Rede, die in islamistische Organisationen »fest eingebunden« sind, deren »Wirkungskreis allerdings wesentlich größer« ist. »Auch Einrichtungen in der Bundesre­publik könnten Ziele von Anschlägen werden, da auch Deutschland in den Augen von Islamisten zum Lager der so genannten Kreuzzügler, zu den Helfern der USA und Israels zählt«, so der Bericht des SPD-Ministers Otto Schily glasklar.

Der renommierte Göttinger Professor für Internationale Beziehungen, der Moslem Bassam Tibi, analysiert: Der globale Dschihad gegen den globalen Unglauben, diese islamische Weltrevolution »ist natürlich eine der Spielarten des Islam«.Einer der Vä­ter des islamischen Fundamentalismus, der 1979 ver­storbene Pakistani Al Maududi, nennt es schwarz auf weiß in seiner Schrift »Die islamische Sicht der Poli­tik•<: Der Islam schreibe einen Staat vor, der alle Be­reiche des Lebens regele. Es gehe um einen »tota­litären Staat (daula schmilah), gegenüber dessen Vorschriften keiner das Recht hat Opposition züi leisten. Dieser Staat hat eine gewisse Ähnlichkeit mi t der faschistischen und kommunistischen Regie­rungsform.« Genau dazu bemerkt BassamTibi: »Wer das Vorhandensein des neuenTotalitarismus und sei­ne islamisch-dschihadistischen Wurzeln bestreitet, verhindert, dass westliche und islamische Demokra­ten sich zur Verteidigung der offenen Gesellschaft vereinigen. Im Interesse des islamisch-europäischen Friedens muss mit dem verlogenen Dialog Schluss gemacht werden.« (WamS, 9.5.2004).

Deutlicher kann man die verharmlosende christ­liche Kuschelgesellschaft kaum anprangern, die den »Glauben« anderer nicht ernst nimmt, weil sie ihren eigenen verloren oder zur Belanglosigkeit perver­tiert hat. »Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes. Das Chris­tentum hat teilweise schon abgedankt. Es hat keine verpflichtende Sittenlehre, keine Dogmen mehr« (Peter Scholl-Latour).

Der Historiker und Publizist Sebastian Hafner, lange Zeit einer der führenden Köpfe des »Stern«, meinte in einem Interview auf die Frage, welche Kräfte die Geschichte bestimmen und wie darin das Christentum einzuordnen sei: »Das Christentum war einmal eine große Macht, aber heute ist es bedeutungslos geworden. Man zollt ihm noch Respekt, aber es hat keine gesellschaftsprägende Kraft mehr.« Die Selbstsäkularisierung und Selbstmarginalisierung der christlichen Kultur hat einen erschreckend hohen Preis!

 

Zwischen Kreuz und Kopftuch

Der Streit um das Kopftuch von muslimischen Staatsbeamtinnen ist symptomatisch. Nur wer das Kreuz Christi inzwischen zum bloßen Schmuck­stück pervertiert und dessen fundamentale Bedeu­tung wegdiskutiert (die knallharte kirchliche Kritik an Mel Gibsons Erfolgsfilm »Die Passion Christi« rund um Ostern 2004 lässt tief blicken!), kann das muslimische Kopftuch als folkloristische Textilie verharmlosen.

Dabei gibt es eine deutliche Trennlinie zwischen der so gern (auch von Bundesverfassungsrichtern) herangezogenen Nonnentracht und dem Kopftuch. Während die christliche Ordenstracht ausschließ­lich einen persönlich-religiösen Hintergrund hat und Ausdruck einer gläubigen und niemanden verpflichtenden Lebenshaltung ist, ist das Kopftuch Ausdruck einer deutlich staatspolitisch agierenden Religion.

Es ist nicht nur die Koalition hellsichtiger Zeitgenossen von CSU-Minister Günter Beckstein über Bischöfin Margot Käßmann bis zur Feministin Alice Schwarzer, es sind ja auch gerade die aufge­klärten Muslime selbst, die-wie die Publizistin Na­mo Aziz in der liberalen Wochenzeitung »Die Zeit« unter dem Titel »Weg mit dem Tuch!« - fordern: »Ich würde mein Kind nicht von einer Kopf­tuchträgerin unterrichten lassen und möchte auch die Moscheen in islamischen Ländern sehen und nicht in Deutschland.«

In aller Schärfe hält Namo Aziz uns den Spiegel vor: »Wer in Deutschland das Kopftuch in Schulen und Universitäten toleriert, der sollte auch die Ein­führung der von der Scharia vorgesehenen Strafen wie Auspeitschung, Amputation und Steinigungen in Betracht ziehen. Und was die Toleranz gegeüber fremden Religionen betrifft, so gibt es natür­lich auch Hindus, die möglicherweise die Asche ih­rer Toten gern auf dem Rhein schwimmen lassen würden. Im absurden Deutschland ist alles mög­lich.«

Möglich ist bei uns ein Ausverkauf der eigenen Kultur, für den es weltweit kein Beispiel gibt. Un­ter dem Deckmantel der Freiheit von Kunst und Sa­

tire werden religiöse Gefühle mit Füßen getreten und christliche Symbole offen verhöhnt. Jesus, das Kreuz, das Abendmahl, geistliche Berufe als Ge­genstand des Spottes, die Christen als naive Narren. Während der Karfreitag als einer der höchsten christlichen Feiertage bis vor kurzem nicht nur durch Arbeitsfreiheit geehrt wurde, sondern auch dadurch, dass das öffentliche Leben ruhte, so boten Berliner Szenelokale am Gedenktag der Kreuzigung Jesu Christi den Besuchern jetzt mehr als hundert Partynächte. Einige hatten zynische Titel wie »Hängt ihn höher« oder »Die Kreuzigung«. Man stelle sich nur einmal vor, Vergleichbares wäre an Yom Kippur in Israel oder an Ramadan in Saudi Arabien passiert ... Kein Wunder, dass Peter Scholl­Latour von Verachtung spricht, die der gläubige Moslem der dekadenten Welt des Abendlandes ent­gegenbringt.

Die hemmungslose Blasphemie ist ein Sargnagel für unsere Kultur. »Der Verlust von Scham ist das er­ste Anzeichen von Schwachsinn« (Sigmund Freud). Es kann einfach nicht gut gehen, wenn uns nichts mehr heilig, d. h. unantastbar und unverfügbar ist. Der Dammbruch der letzten Tabus öffnet einer halt­losen, mörderischen Flut den allerletzten geschütz­ten Lebensraum unserer Gesellschaft.

Für den türkischstämmigen TV-Komiker Kaya Yanar (SAT 1-Comedyshow »Was guckst du?«), der sich ganz offen und unverkrampft auch ülttr Aus­länder lustig macht, sind nach eigenen Worten »Witze über den Islam tabu«. Nur einmal hatte er es gewagt. »Nach bitterbösen Briefen, dass man hei­lige Symbole wie das Kopftuch nicht verunglimpft, haben wir dieses heiße Eisen nicht mehr angefasst«, meint er und fügt viel sagend hinzu: »Ich möchte ja noch älter werden als 30 Jahre.«

Aber wir sind ja schon_ so weit, dass ein harmloses Kreuz, das Symbol von Toleranz, Barmherzigkeit und Menschenliebe, aus Klassenzimmern und Sitzungssälen weggeklagt werden kann. Dabei ist nicht nur im Grundgesetz die »Verantwortung vor Gott und den Menschen« verankert, sondern einige Länderverfassungen verpflichten sich zum Erziehungsideal »in Ehrfurcht vor Gott«. Ein Lehrer, der gegen das Kreuz klagt, ist also ein Fall für Legasthenie oder Pisa, weil er offensichtlich die sein Beamtentum tragende Verfassung nicht lesen kann.

Ganz zu schweigen vom religiösen Zusatz der Ei­desformel, der allerdings meist auch schon verschwiegen wird. Dagegen Bundespräsident Horst Köhler in seiner Antrittsrede am l. Juli 2004: »Mei­nen Amtseid verstehe ich als Verpflichtung, zur Erneuerung Deutschlands beizutragen. Persönlicher Kompass ist mir dabei mein christliches Menschenbild und das Bewusstsein, dass menschliches Tun am Ende immer vorläufiges Tun ist.«

Als der restaurierte Reichstag beim Regierungs­umzug nach Berlin als Sitz des Bundestages einge­weiht wurde, geschah das auf Wunsch des Präsiden­ten und bekennenden Katholiken WolfgangThierse mit einer offiziellen Segenshandlung. Auf den Stu­fen unter der Inschrift »Dem deutschen Volke« wur­den Psalmworte gelesen, das Vaterunser gebetet und unter Posaunenbegleitung der Choral »Großer Gott, wir loben dich« gesungen. Trotz Bitten der Kirchen gab es das beim Bezug des neuen Kanzleramtes de­zidiert nicht. Als daraufhin die beiden Mitglieder der bayerischen Landessynode, Dekan Michael Wehr­wein und Fritz Schroth, ein handwerklich gefertig­tes Holzkreuz schickten, kam es mit der Bemerkung, dafür sei hier kein Platz, wieder zurück ...

 

Von Toleranz und Tolleranz

Dass die bewusste Zerstörung unseres Wertefunda­mentes und das gezielte Kappen kultureller Wur­zeln unter dem Deckmantel der Toleranz verkauft wird, spricht in Sachen Bildungsnotstand Bände. So ist die Toleranz für viele ja ein Problem von Pisa geworden, jener Bildungskatastrophen-Studie. Die meisten schreiben das Wort Toleranz mit Dop­pel-l: Sie finden alles toll. Je nach Stimmungslage ist es mal der Dalai Lama, mal Jesus, mal der Papst, mal Marxismus oder Buddhismus, mal New Age oder die alte Bibel. Man findet toll, was gerade in Mode ist. Doch Werte von Dauer sind Mangel­ware. Die sind längst ausverkauft. »Wer sich dem Trend ausliefert, dem, was angesagt ist, der ist ein armer Hund. Etwas Bornierteres als den Zeitgeist gibt es nicht. Wer nur die Gegenwart kennt, muss verblöden« (Hans Magnus Enzensberger).

Echte Toleranz gründet jedoch auf festen Stand­punkten. Toleranz bezieht sich nicht auf Wissens-, sondern auf Gewissensfragen, auf letzte persönliche Überzeugungen. Sie ist verankert in der Würde der Person. In Sachfragen kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber das Du des anderen halte ich fest. Deshalb sind Toleranz und Liebe immer zwei Seiten derselben Medaille.

So kann ich um des anderen willen selbst Über­zeugungen achten, die ich nicht teile. Ich kann sie erdulden, ertragen (lat. tolerare), ohne meinen eigenen Standpunkt leugnen zu müssen. Und wenn ich's mit meinem Gegenüber gut meine (und das sollten wir ja als tolerante Menschen!), dann werde ich ver­suchen, sie ihm auszureden. Das nennt man Missi­on. Der Philosoph Robert Spaemann analysiert mittlerweile eine fatale Gedankenkette in unserer oberflächlichen Gesellschaft: »Die Forderung, an­dere Überzeugungen zu achten, wird inzwischen zur Forderung, keine eigenen Überzeugungen zu haben. Und wer sie dennoch vertritt, gilt als intolerant.« Er beklagt eine »intolerante Dogmatisierung des Relativismus«. Wer feste Überzeugungen pro­klamiert, wird als Fundamentalist diffamiert. Das führt sogar zu der intellektuell absurden Situation, dass sich die konservativen Flügel der christlichen Kirchen gefallen lassen müssen, von arglistigen Agitatoren aus den eigenen Reihen mit dem isla­mistischen Fundamentalismus gleichgesetzt zu werden.

Wenn alles gleich gültig ist, ist auch schnell alles gleichgültig. Das führt zu einer Beliebigkeit, die echten Streit um die Wahrheit und damit die Suche nach tragfähigem Konsens unmöglich macht. Überbordende Toleranz bleibt am Ende ohne Biss. Das ist jedoch nur vordergründig sympathisch, in­dem es das Gegenteil von Fanatismus verkörpert. »Aber auf Dauer wirkt diese Haltungslosigkeit und ewige Spielerei unentschlossen und feige. >Get real<, sagen die Amerikaner zu Leuten, die sich perma­nent der Wirklichkeit verweigern. Das könnte un­ser kommendes Ziel sein« (»WELT«).

Die heutige Toleranzinflation geht mit Wahr­heitsschwindsucht einher. Für viele ist der Dialog der Religionen selbst schon zur Religion geworden. Doch wer sich seines eigenen Glaubens nicht gewiss ist, der ist vielleicht dialogwillig, aber eben nicht dialogfähig. »Toleranz« wird von theologischen Gutmenschen als oberstes Gebot verkündet, Christusbekenntnis und Mission hingegen als störend empfunden. Man scheut den aufrechten Gang. Wer aber (auf) Gott hören will, sagt Martin Luther, der kann nicht »in sich selbst verkrümmt« sein. Nimmt man dem christlichen Glauben das Bekenntnis zu Christus, von dem allein die Heilsgewissheit aus­geht, dann beraubt man ihn seiner Mitte, seiner Substanz. Christliche Identität und Toleranz, das ist kein Widerspruch.

Die Spaßgesellschaft scheut die Auseinanderset­zung, weil sie das Prinzip von Ruhe und Wohl­fühlen stört. Doch diese Ruhe ist trügerisch. »Wenn wir keine Schnittmenge erprobter Normen und Werte mehr haben, dann wird auch der für politische Entscheidungen notwendige Konsens unmöglich« (Roman Herzog). Der Bremer Geschichtspro­fessor Paul Nolte (Jahrgang 1963) sieht Leiden­schaft und Anstrengungsbereitschaft zum Wohle unserer Gesellschaft in patriotischer Selbstachtung begründet: »Ohne einen gemeinschaftlichen Bezug und Wertehintergrund sind Reformanstrengungen nicht umzusetzen.«

 

Die letzten Fußkranken der Völkerwanderung

Sind feste Werte, persönliche Überzeugungen und zeitlose Wahrheiten etwas für Menschen aus der Steinzeit? Manche Diskussion erweckt den Ein­druck, als seien zumindest gläubige Christen so et­was wie die letzten Fußkranken der Völkerwanderung. Menschen, die noch nicht wissen, was die Stunde der Moderne geschlagen hat. Dabei leben wir längst, kulturphilosophisch betrachtet, in der Postmoderne. Und der alte Philosoph Sören Kierkegaard hat also doch Recht: »Ein Spießbürger ist, wer ein absolutes Verhältnis zu relativen Dingen hat.« Hauptsache Gesundheit, Karriere, wohlgeratene Kinder und wohlgefüllte Konten... Wer so denkt, verwech­selt die Lebensmittel mit der Lebensmitte.

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Leis­tungen. Die können ihm schon heute genommen werden. Die Suche nach festen Fundamenten, nach ewigen Werten und einer tragenden Mitte ist also keine Sache reaktionärer Spinner, sondern progressiver Denker. Solche Vorwärtsdenker, solche Vor­ausdenker braucht das Land, wenn aus unserer la­bilen Gesellschaft wieder eine stabile werden soll.

Unsere Welt rutscht zunehmend ins Abstrakte, ins Virtuelle und Unpersönliche. Schon der Athe­st Ernst Bloch spürte als Wegbereiter der 68er die Kälte unserer Gesellschaft und wollte »dem Kältestrom einen Wärmestrom entgegensetzen«. Allerdings hat sich sein »Prinzip Hoffung« als Irrtum erwiesen, weil echte, überlebensfähige Hoffnung kein gedankliches Dogma sein kann, sondern eine lebendige personale Beziehung sein muss. Die Frage nach Gott und nach Jesus Christus als Hoffnung in Person wird immer aktueller.

Gerade in Zeiten von Mobilität und Flexibilität brauchen wir etwas Festes als Orientierungsmaß­stab für die Zukunft. Sonst werden wir hilflos überrollt von den - im wahrsten Wortsinn - Schlagworten der Gegenwart: Globalisierung, Digitalisierung, Kosmopolitisierung, Individualisierung ...  Schnee von gestern

Ein politisches Kabarett stellte sich dem Thema »Der moderne Mensch«. Da merkt man auf, weil man von den Brettern kritischer Bühnen messer­scharfe Zeitanalyse erwarten kann. Und man hört und staunt, was das »Düsseldorfer Kommödchen« zum modernen Menschen zu sagen hat:

Lebensangst und Kreislaufstörung, Hasten, Jagen, Kampf und Gier.

Was stabil ist, ist die Währung, was labil ist, das sind wir.

Lass die Puppen schneller tanzen ohne Ziel in dem Getriebe,

hochgepeitscht durch Dissonanzen, ohne Glaube,

ohne Hoffnung, ohne Liebe ...«

So messerscharf analysiert ein linksgestricktes Kabarett, das ja nun nicht gerade eine Bischofs­konferenz ist, die Lage des modernen Menschen. Die »Süddeutsche Zeitung« schrieb unter der beliebten Rubrik »in/out«, wie die Prioritätenlage der Gegenwart aussieht; »in« sind demnach Erfolg, Karriere und Schönheit, als »out« gelten Glaube, Hoffnung und Liebe...

Doch daraus höre ich alles andere als das neo­marxistische Triumphgeheul eines Günther Grass, der vor 30 Jahren noch stolz verkündete: »Glaube, Hoffnung, Liebe sind die Ladenhüter des Neuen Testamentes.« Nein, dieser Dreiklang des größten Intellektuellen der Antike, der damit die Freiheitsbotschaft auf den europäischen Kontinent brachte, dieser Dreiklang des Apostels Paulus ist alles ande­re als der sprichwörtliche »Schnee von gestern«. Oder doch! Denn der Schnee von gestern ist das Wasser von morgen.

Und wir merken heute mehr denn je, dass wir uns die Energie spendenden Wurzeln selber abgeschnitten haben, als wir die überlebenswichtige Zu­kunftsbotschaft von Glaube, Hoffnung und Liebe (1. Korinther, Kap. 13) in die Mottenkiste der Ver­gangenheit steckten.

Was stabil ist, ist die Währung ... Schon der Große unter den Bundespräsidenten, Karl Cars­tens, meinte am Ende seiner Amtszeit: »Das ist das größte Problem unserer Gesellschaft, dass wir reich im Portemonnaie sind, jedoch arm im Herzen.« Das konnte man damals kurzsichtig als sentimen­tale Gefühlsduselei eines alten Mannes abtun. Es war jedoch nichts als hellsichtige Prophetie. Ja, so ist es gekommen, dichtet und besingt es das »Düsseldorfer Kommödchen«.

Ohne Ziel in dem Getriebe ... Wir haben kein Ziel mehr vor Augen und deshalb die Richtung ver­loren. Und trösten uns hilflos mit dem dümmlichen Satz, der Weg sei das Ziel. Wer nach diesem Vorsatz eine Reise antritt, kommt niemals an. Keiner geht doch an den Bahnschalter und ordert ein Ticket für fünf Euro geradeaus. Doch die heutige »Generation Golf« (Florian Illies) hat sich den Werbespruch einer Firma für Navigationsgeräte zum Motto ge­nommen: »Die Suche nach dem Ziel hat sich erle­digt.«

Marc Twain beschrieb treffend, was unsere rat- ­und rastlose Zeit heute kennzeichnet: »Als wir das Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten wir un­sere Anstrengungen.« Von Karl Valentin, dem großen Münchner Komiker, ist die hintergründige Frage überliefert, die er den Leuten beim Spazieren­gehen stellte: »Ach, bitte, können sie mir vielleicht sagen, wo ich hinwill?« Bei allem Fortschrittswahn unserer Zeit müssen wir endlich darüber nachdenken, wohin wir eigentlich fortschreiten wollen. Wir schreiten fort, ohne das Ziel zu kennen. Hauptsache, man bewegt sich. Und das möglichst schnell. Ohne Kompass aber bleibt es ein Irrweg.

Marie von Ebner-Eschenbach, die Literatin des sozialen Mitgefühls, dichtete einmal: »Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen wie Sturmwind geflogen. Voll jubel ertönt's vom Mast und vom Kiele: Wir nahen dem Ziele! Der Fährman n am Steuer spricht traurig und leise: Wir segeln im Kreise!«

Die heutige Hektik der Pragmatiker mit ihren atemlosen, kurzsichtigen Reformbestrebungen kaschiert die allgemeine Rat- und Ziellosigkeit nur vordergründig. Insofern ist es logisch und bitter nötig, wenn Horst Köhler langfristige und vermittelbare Ziele für das gesellschaftliche Handeln einfordert und zugleich auf seine christliche Wertegrundlage verweist. Zwei Seiten einer Medaille.

 

Peter Hahne: Schluss mit lustig: Das Ende der Spassgesellschaft

 

 



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